Andachten

Andacht

Andacht 28.10.2021

28. Oktober 2021 | Daniel Wildemann

Andacht 28.10.2021

Bildnachweis: Gerd Schmid

Josef brachte auch seinen Vater Jakob hinein und stellte ihn vor den Pharao. Und Jakob segnete den Pharao.

Ist es möglich, seinem ärgsten Feind Gutes zu tun? Ist es möglich, sogar den Antichristen zu segnen? Verdient er nicht das Gericht Gottes? Judas war gegen Christus, er lieferte ihn bekanntlich ans Messer. Jesus empfängt von ihm den Verräterkuss und nennt ihn gleich darauf seinen Freund (Mt 26,50). Das ist mehr als Rhetorik: Jesus suchte die Verbindung zu ihm, doch Judas kappte sie. Auch wenn Jesus das nicht verhindern kann, hatte er die Wahl, sich selbst treu zu bleiben. Seinen Nachfolgern predigte er: „Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen.“ (Lk 6,27) Die Meute, die Jesus am Kreuz verspottete, war gegen Christus. Jesus bittet auch für sie: „Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!“ (Lk 23,34) Es heißt: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht – sie schützt auch nicht vor Schuld. Jesus bittet um Vergebung für diese Unwissenden – oder auf gut Deutsch: seine ignoranten Feinde. Er tut dies noch immer mit der Liebe, die ihm Gott für alle Menschen ins Herz gelegt hat. Könnten auch wir so handeln? Die Wahrheit ist: Nein, aus uns heraus könnten wir das nie. Gerne würden wir manchmal das Rachegericht selbst in die Hand nehmen und im Namen Gottes ein bisschen Selbstjustiz üben. Doch Gott sagt: „Die Rache ist mein.“ (5 Mo 32,35) Überlass mir das, du verletzter Mensch. Du kannst keine Gerechtigkeit schaffen. Was du jedoch kannst, ist lieben und – durch Gottes Gnade – für das Verbindende offen bleiben. Kann man den Pharao segnen? In der Bibel steht der Pharao für den Feind, die antigöttliche Macht, die das Volk Gottes unterdrückt. Jakob konnte den Pharao segnen – denn er wusste: „Wer gern wohltut, wird reichlich gesättigt.“ (Spr 11,25 EB) Es ist nicht nur möglich, sondern nötig. Es ist der Weg zu innerer Heilung und Freiheit. Der Feind mag Feind bleiben, aber meine innere Haltung schreibt er mir nicht länger vor. Wenn er Feind sein will, dann ist das seine Sache. Ich kann, „soviel an … [mir] liegt, … mit allen Menschen Frieden“ haben (Röm 12,18). Beim Gebot der Feindesliebe geht es in erster Linie genau darum: um die eigene Haltung. Ich habe immer die Wahl, mich für das Gute stark zu machen.

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