Andachten

Andacht

Andacht 08.11.2021

08. November 2021 | Joachim Hildebrandt

Ein kleines rosa Herz liegt auf einem Holzschneidebrett.

Bildnachweis: madochab / photocase.de

Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.

Kürzlich hat mir mein Enkelsohn das Buch geschenkt: „Erzähl mir dein Leben. Ein Fragebuch an Opa und Oma“. Ich bin froh, dass darin keine direkten Fragen vorkommen. Ich kann also selbst entscheiden, welche Geschichten ich erzähle und nur über das Gute und Positive in meinem Leben berichten und mein Versagen und meine Schandtaten verschweigen. In dem heutigen Bibeltext fordert Gott uns unter anderem dazu auf, dem Mitmenschen unsere Liebe nicht zu entziehen, wenn sein Verhalten böse oder ungerecht – also nicht liebenswürdig – ist. Doch wie oft wenden wir uns von Menschen ab, wenn wir von ihrem Fehlverhalten und ihren Sünden erfahren und kehren ihnen erbittert unseren Rücken zu. Henri Nouwen war Professor für Soziologie und Pastoraltheologie an verschiedenen Universitäten in den USA. Er hat mit 54 Jahren seinen akademischen Lehrberuf aufgegeben, um in den letzten zehn Jahren seines Lebens mit behinderten Menschen in der Arche-Bewegung zusammen zu leben und sie seelsorgerlich zu betreuen. In seinem Buch über diese Zeit Die innere Stimme der Liebe beschäftigt ihn die Frage, ob Menschen, die alle seine Seiten kennen, einschließlich seiner verborgenen Gedanken, ihn wirklich lieben würden. Oft sei er versucht zu denken, man liebe ihn nur, solange man einige seiner Seiten nicht kennt. Er fürchtet, die Liebe, die man ihm schenkt, sei an bestimmte Bedingungen geknüpft. Und dann sage er sich: Wenn sie mich wirklich kennen würden, würden sie mich nicht lieben. In der Bibel habe ich das Wort „liebenswürdig“ nicht gefunden und „liebenswert“ nur ein einziges Mal. (Phil 4,8) Gottes Wort macht uns bewusst, dass keiner von uns Gottes Liebe verdient. Die Bibel verschweigt die Sünden und das Versagen der Gläubigen im Alten und Neuen Testament nicht. Und sie zeigt uns auch, dass Gott sie und auch uns trotz aller Fehler liebt. Wie steht es mit meiner und deiner Liebe zu denen, deren „dunkle Seiten“ dir bekannt geworden sind?

Zurück

UNSER GLAUBE

Die Glaubensüberzeugungen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sind dazu angelegt, das ganze Leben zu durchdringen. Die heiligen Schriften der Bibel zeichnen ein überzeugendes Porträt von Gott.
Jeder ist eingeladen, den EINEN zu entdecken, zu erleben und kennen zu lernen, der nichts anderes, als uns heilen will.

Mehr herausfinden