Andachten

Andacht

Andacht 16.11.2021

16. November 2021 | Lothar Wilhelm

Andacht 16.11.2021

Bildnachweis: Gerd Schmid

Das Licht ist oft für uns nicht mehr zu sehen, weil dunkle Wolken es verborgen halten; doch plötzlich fegt der Wind den Himmel klar. Ein heller Lichtschein kommt von Norden her: Der Glanz, der Gott umgibt, lässt uns erschrecken.

Das hat wohl jeder schon gesehen: Dicke Wolken verdunkeln den Himmel, reißen plötzlich auf und die Sonne bricht durch. Bei nahezu jedem von uns hellt dieser Anblick die Stimmung auf. An diese vertraute Erfahrung knüpft das biblische Buch Hiob an und überträgt sie auf die Begegnung mit Gott. Um Hiob war es nur noch dunkel. Alles hatte er verloren: Hab und Gut, Familie und schließlich auch die Gesundheit. Er wusste nicht warum. Seine Fragen und Gebete blieben ohne Antwort. Das ist wahrlich Dunkelheit. Hiob konnte Gottes Handeln nicht verstehen und meinte, deswegen mit ihm rechten zu müssen. In seiner Verzweiflung beschuldigte er Gott und machte ihm Vorwürfe, doch er sagte Gott nie ab, sondern blieb mit ihm im Gespräch. Darin unterscheidet sich Hiob von allen Gottesleugnern bis heute. Sie machen sich allesamt ein Bild von einem Gott, das ihren Erwartungen entsprechen soll. Erfüllen die sich nicht, kann es auch Gott nicht geben! Dunkle Tage kennt jeder. Auch ich habe erlebt, dass meine Gebete nicht erhört wurden – manche bis heute nicht. Aber ich habe auch erlebt, dass es in meiner Dunkelheit plötzlich hell wurde, von völlig unerwarteter Seite – wie bei Hiob „von Norden her“! Das war so überraschend, dass ich erschrak: Wenn Gott so mächtig ist und mir so nahe, warum zweifle ich dann? Warum verehre ich ihn dann nicht noch viel mehr? Von diesem Erschrecken berichtet auch Hiob: „Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen. Darum gebe ich auf und bereue in Staub und Asche.“ (Hiob 42,5–6) Hiob stellte viele Fragen an Gott und nicht eine wurde ihm beantwortet. Erst als ihm dämmerte, dass er – auch im Leid – der von Gott Gefragte blieb, wuchs die Einsicht. Er erschrak und erkannte: Gott ist auch bei mir, wenn ich nicht in Ordnung bin! Und er spürte, dass er nun nicht mehr zu fragen brauchte. Gott stillt die Fragen, auch ohne sie zu beantworten. Nicht das Verstehen erlöst, sondern das Vertrauen. Da wird es hell – vielleicht ganz anders als erwartet, aber wunderschön.

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