Andachten

Andacht

Andacht 07. Januar 2022

07. Januar 2022 | Chantal J. Klingbeil

Andacht 07. Januar 2022

Bildnachweis: Gerd Schmid

Sondern wir reden, wie geschrieben steht (Jesaja 64,3): „Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben.“

Erlaub mir heute Morgen, dir von meinem Zuhause zu erzählen. Ich wurde hier geboren, aber dieser Ort ist definitiv nicht mein Zuhause. Mein Zuhause ist nicht von dieser Welt. Was ich hier mache? Meine Vorfahren begingen einen schrecklichen Fehler. Sie schworen einem Terroristen Treue. Jetzt sitzen wir hier alle fest. Es hätte keine Chance gegeben, dass wir jemals unsere wahre Staatsbürgerschaft wiedererlangten, wenn da nicht mein älterer Bruder gewesen wäre. Er hat die gesamte juristische Arbeit für meine Wiedereinbürgerung erledigt. Es war teuer. Aber jetzt gehört der Pass mir – kostenlos, weil er alle Kosten getragen hat. Jedes Mal, wenn ich mich hier wohlzufühlen beginne, erinnert mich all das Elend unserer Welt daran, dass dies nicht mein Zuhause ist: Kriege, Hungersnöte, Erdbeben und die vielen emotionalen Verletzungen wie Scheidung, Missbrauch oder Sucht. In meiner Heimat gibt es keine Krankenhäuser, keinen Krebs, kein HIV, keine Schmerzen, kein Trauma und keine Depression. Du wirst dort kein einziges Gefängnis finden. In meiner Heimat ist man frei von Selbstsucht, Hass, Gier, Misstrauen und Angst. Dort bist du frei, die Person zu sein, die du immer sein solltest. Wir sprechen dort auch eine andere Sprache. Leider spreche ich meine Muttersprache noch nicht fließend, aber ich bin fleißig am Lernen. Mein Sprachunterricht besteht in der täglichen Kommunikation mit meinem Vater und meinem älteren Bruder. Sie haben mir auch einen Lehrer geschickt, der mir zeigt, wie man in meiner Muttersprache denkt. Manchmal befürchte ich, dass meine Heimkehr vielleicht enttäuschend sein könnte, dass meine Heimat nicht alles ist, was ich mir erträumt habe. Dann erinnert mich mein Lehrer daran, dass ich gar nicht zu groß träumen kann. Mein Zuhause wird immer größer, besser und schöner sein, als ich es mir jemals vorstellen könnte. Mein Lehrer sagte mir übrigens, dass deine Einbürgerungspapiere jetzt auch fertig sind. Hast du nicht Lust, mit mir zu kommen? Möchtest du nicht auch nach Hause gehen?

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