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Andacht

Andacht 21. Januar 2022

21. Januar 2022 | Sylvain Romain

Andacht 21. Januar 2022

Bildnachweis: claudiarndt / photocase.de

Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.

Oft schlage ich die Bibel auf und verstehe vieles nicht. Um ehrlich zu sein: Manches ist wenig interessant, weil mir der Bezug fehlt. Wenn ich aber zulasse, dass die Bibel mich „liest“, dann wird der Text plötzlich lebendig. Die Heilige Schrift also als eine Art Scanner? An der Kasse der meisten Läden wird die Ware eingescannt. Das Gerät weiß, ob es sich um Sojafleisch oder Schweinewurst handelt, Taschenformat oder Luxusausgabe, Gartenkies oder Diamant. So sinne ich über den Text, indem ich zulasse, dass er mich „scannt“. Mal erkenne ich mich in Gideon, dem eifrigen Kämpfer für die Sache Gottes, mal in einem brillanten Energiebündel wie Paulus. Manchmal bin ich Petrus der Angeber oder sogar der hinterlistige Haman. Das Kind in mir lebt in der Geschichte Samuels auf, und ich mache alles falsch wie die Freunde Hiobs. Ich möchte selig sein wie die, die sanftmütig oder reinen Herzens sind, aber mein Scanner sagt mir, ich schaffe es ohne die Gnade Gottes nicht. Manchmal dauert es eine Weile, bis der Laserstrahl mich durchleuchtet, und statt Nathan zu David sagt er zu mir: „Du bist der Mann!“ (2 Sam 12,7) Und ich möchte mich wie Adam verkriechen, um meine Schande zu verstecken. Der Orientale unterscheidet nicht zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Er liest die alten Geschichten, als wäre er ein Teil davon. Gut so! Denn dadurch wird der Text auf einmal lebendig und kräftig. Wenn wir zulassen, dass der Heilige Geist wirkt, wird die Bibel schärfer als ein zweischneidiges Schwert, wie der heutige Ausgangstext es beschreibt. Das Gebet bereitet uns auf den chirurgischen Eingriff vor: Denn das Wort „dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens“. Nicht ich lese die Bibel, sondern die Bibel liest mich – eine begeisternde, aber auch schmerzhafte Erfahrung, die im Endeffekt heilt, tröstet und siegreich durch manche Realitäten des Alltags führt. „Dein Wort ist meinem Munde süßer als Honig. Dein Wort macht mich klug … Ich bin sehr gedemütigt; HERR, erquicke mich nach deinem Wort!“ (Ps 119,103–104.107)

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