Andachten

Andacht

Andacht 13. Februar 2022

13. Februar 2022 | Matthias Müller

Andacht 13. Februar 2022

Bildnachweis: Gerd Schmid

Darum lasst uns freimütig hinzutreten zu dem Thron der Gnade.

Im berühmten Naumburger Dom, der mir seit meiner Kindheit vertraut ist, gibt es viele bemerkenswerte Kunstwerke. Nicht umsonst gehört er zum UNESCO-Welterbe. Besonders beachtenswert ist der Westlettner, das Bauelement, das das Kirchenschiff vom Westchor trennt. Der „Naumburger Meister“ hatte offenbar in seinem Werdegang in Frankreich waldensisches Gedankengut aufgenommen und nun vorreformatorische Ansichten in den damals katholischen Dom eingebaut. Man erkennt es nicht nur an den Abendmahlsdarstellungen, wo zum Beispiel statt der üblichen Hostie ein echter Brotlaib auf dem Tisch liegt, sondern auch an Maria, die nur verhalten auf sich weist, aber mit einer deutlichen Geste auf den gekreuzigten Christus. Am meisten beeindruckt mich jedoch die Darstellung des Gekreuzigten selbst. Er hängt nicht hoch erhoben und von den Gläubigen weit entrückt an einem Triumphkreuz wie in anderen Kirchen, sondern er ist samt Kreuz Teil der Tür zwischen Kirchenschiff und Westchor. Wer immer vom Kirchenschiff der „Laien“ zum Chorraum gelangen will, der üblicherweise für die Kleriker gedacht war, muss zwangsläufig direkt am gekreuzigten Christus vorbei und unter seinen ausgestreckten Armen hindurchgehen. Das ist an Klarheit nicht zu überbieten. Es gibt niemanden, der den gekreuzigten Christus nicht braucht, und es führt auch kein Weg an ihm vorbei. Es ist zugleich eine gute Nachricht. Der Weg zum Gekreuzigten führt nicht über komplizierte Bußwege und umständliche Übungen. Es gibt die einfache, direkte Begegnung, ohne Mittelsmänner, um die Dinge loszuwerden, die die Bibel Sünde nennt und die das Leben zerstören. Darum konnte der Verfasser des Hebräerbriefes auch so klar einladen, mit Zuversicht zu Gott zu kommen. Der Weg zum Erlöser ist sehr einfach, für manche zu einfach? Darum neigen manche Menschen dazu, in Sachen Erlösung „viele Künste“ (Matthias Claudius) zu suchen. An dieser Stelle jedoch ist es in Stein gemeißelt: Der Weg zum Erlöser der Welt ist offen und auf die direkte Begegnung angelegt. Und das nicht mit Angst belegt, sondern mit Zuversicht. Einladender und einfacher geht es kaum. Nutzen wir heute die Gelegenheit, direkten Kontakt zum Erlöser der Welt im Gebet aufzunehmen und ihm zuversichtlich alles vorzulegen, was uns beschäftigt.

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