Andachten

Andacht

Andacht 29. März 2022

29. März 2022 | Holger Hentschke

Andacht 29. März 2022

Bildnachweis: Gerd Schmid

Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht.

Als ich nach einem Unfall ins Krankenhaus eingeliefert worden und nach den ersten Untersuchungen und Befunden in meinem Zimmer angekommen war, kam der Arzt noch mal zu mir und sagte: „Das ist jetzt für die nächste Zeit Ihr Zuhause. Ich denke, fünf Wochen werden Sie bei uns bleiben müssen.“ Ich dachte, ich werde verrückt. Fünf Wochen im Krankenhaus liegen? Still im Bett? Bei der Visite am nächsten Tag sagte der Arzt: „Sie wollen schnell wieder raus? Dann bleiben Sie im Bett, gönnen sich Ruhe und nehmen brav die Medikamente; dann könnte es schneller gehen.“ O weh, Ostern stand vor der Tür und ich hatte so viele Pläne für die arbeitsfreien Tage. Langeweile machte sich breit, und meine Stimmung war nicht die beste. Doch schon am ersten Tag bekam ich Besuch: der Pastor und ein befreundeter Motorradfahrer. Als ich nach drei Wochen und zwei Tagen entlassen wurde, lobte man mich für die konsequente Bettruhe, die ich eingehalten hatte. Und die Schwestern fragten mich, wie man so lange auf einem Vierbettzimmer liegen könne und trotzdem gute Laune behalte. „Und was uns noch viel mehr interessiert: Wieso haben Sie jeden Tag Besuch bekommen?“ Es stimmte: Familie, Freunde, Gemeinde, Motorradkollegen, Fahrschüler, alle waren da gewesen. In der Woche, am Wochenende, in der Mittagspause, nachmittags und abends. Ich habe mich über diese Wertschätzung sehr gefreut und es hat mir gutgetan, Zuspruch zu bekommen, Anteilnahme zu spüren, Zeitvertreib zu erleben und Gemeinschaft zu haben. Ich mag Krankenhäuser nicht, aber seit ich erlebt habe, wie wohltuend es ist, wenn Menschen einen besuchen, sich Zeit nehmen und Interesse bekunden, habe ich verstanden, was Jesus mit dem heutigen Bibelwort ausdrücken wollte. Er ermutigt uns zur Nächstenliebe, denn darauf kommt es wirklich an. Wir sollen anderen mehr Aufmerksamkeit schenken als uns selbst. Anteil nehmen, Gutes tun, zum Beispiel in Form eines herzlich gemeinten Besuchs. Immer wenn ich jetzt höre, dass jemand krank das Bett hüten muss, egal ob zu Hause, im Krankenhaus oder Seniorenheim, oder dass jemand alleine ist und auf Besuch wartet, dann mache ich mich dahin auf. Denn ich habe am eigenen Leib erfahren, wie schön das ist.

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