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Andacht

Andacht 24. April 2022

24. April 2022 | Dennis Meier

Andacht 24. April 2022

Bildnachweis: Gerd Schmid

Und der Fremde, der sich dem HERRN zugewandt hat, soll nicht sagen: Der HERR wird mich scheiden von seinem Volk. Und der Verschnittene soll nicht sagen: Siehe, ich bin ein dürrer Baum.

Man stelle sich einen Eunuchen, also einen hohen Staatsbeamten einer anderen als der israelitischen Nation vor, der in Jesaja liest. Moment mal, genau das passiert ja in Apostelgeschichte 8, wo von Philippus und dem Eunuchen (so das griechische Wort für Kämmerer: eunouchos) die Rede ist. Also, dieser Eunuch liest in Jesaja und wahrscheinlich auch den Abschnitt, aus dem der obige Vers stammt, und er sieht in diesem Text, wie sich ein „Kollege“ von ihm sorgt und sagt: „Der Herr wird mich scheiden von seinem Volk.“ Warum sollen Eunuchen denn nicht zum Volk Gottes gehören dürfen? Na ja, genau so steht es im Gesetz des Mose (5 Mo 23,2). Der Text in der Apostelgeschichte sagt nicht, ob die beiden auch über dieses Kapitel 56 diskutierten. Ich stelle mir vor, ich wäre Eunuch gewesen, hätte gerade in Jerusalem angebetet und mir eine Jesajarolle für viel Geld geleistet. Darin hätte ich gelesen, dass Gott den Eunuchen, die Gott nachfolgen wollen, sogar ein Denkmal setzen will. Hätte ich viele Fragen gehabt! Wenn ich bibelfest gewesen wäre, hätte ich mich gefragt, ob jetzt Mose, Esra und Nehemia gelten (Ausländer und Eunuchen raus!) oder aber Jesaja und Jesus. Der Text sagt nur, dass Philippus dem Kämmerer „das Evangelium von Jesus“ predigte (Apg 8,35). Und besonders schildert er das Ergebnis dieser Bibelstunde. Da ruft der Eunuch glücklich (in meinen Worten): „Dann hindert mich ja nichts mehr daran, auch dazuzugehören und mich taufen zu lassen.“ (V. 36) Es musste eben erst jemand daherkommen und ihm mitteilen, dass er, der Fremde und Eunuch (eigentlich zwei Ausschlussgründe), von Gott herzlich willkommen geheißen wird. Und genau das macht Philippus. Offensichtlich hat also die Gnade gesiegt. Wer sind die Eunuchen von heute, denen wir sagen sollten, dass sie herzlich willkommen sind, dass Gott ihnen ein Denkmal setzen, ihnen einen Namen geben will? Wenn wir in die gleiche Richtung, auf die uns der sexuell „Verschnittene“ hinweist, denken, dann sind das sicherlich die Menschen, die auch „anbeten“ und dazugehören wollen, auch wenn wir sie in abstrakte Buchstabengruppen einteilen (LGBTIQA usw.), um sie von uns fernzuhalten. Sind wir also noch bei Mose und Nehemia oder schon bei Jesaja und Jesus?

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