Andachten

Andacht

Andacht 08. Mai 2022

08. Mai 2022 | Johannes Fiedler

Andacht 08. Mai 2022

Bildnachweis: Gerd Schmid

Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.

Seit 76 Jahren wird am 8. Mai dem Ende des Zweiten Weltkriegs gedacht. Als damals 15-Jähriger habe ich die Tage und Wochen danach in lebhafter Erinnerung. Der Krieg war zehn Kilometer vor unserer Haustür einfach versiegt. Die 16 Flakgeschütze auf der anderen Straßenseite unserer Stadtrandsiedlung schwiegen. Das Heulen der Alarmsirenen war verstummt, das Dröhnen der Bomberverbände verhallt. An die Stille konnte man sich schnell gewöhnen. Aber als uns dann die schrecklichen Bilder aus den Konzentrationslagern gezeigt wurden, packten mich Grauen, Entsetzen und Zorn. In diesen Tagen wurde mein Vertrauen in die Welt der Erwachsenen erschüttert. Ich fühlte mich in meinem Idealismus und meiner Naivität missbraucht. Damals nahm ich mir vor, nie wieder einer Fahne oder Ideologie hinterherzulaufen. Die kinderliebenden Amerikaner organisierten eine Schulspeisung mit der Auflage, sie in den Schulräumen zu verzehren. Zu viert überredeten wir unseren Rektor, die 17 Portionen für unsere Klasse auch in den Ferien zu bestellen. Was sind schon 17 Portionen für vier ausgehungerte junge Burschen und einen Rektor? Die Jahre bis 1948 waren ohne Orientierung oder Perspektive dem Überleben gewidmet. Bestand überhaupt eine Hoffnung, dann richtete sie sich auf das Gerücht, dass die zugeteilten Tagesrationen um 300 Kilokalorien erhöht werden sollten. Im Sommer 1948 wurde ich eingeladen, an einem Treffen der Adventjugend teilzunehmen, um mal etwas anderes zu sehen und zu hören. Und wirklich, es war ein Kontrastprogramm zu meinem tristen und freudlosen Alltag als Lehrling auf einer Schiffswerft. Jede Ansprache und Predigt sog ich auf wie ein trockener Schwamm. Ich war von glücklichen jungen Leuten umgeben. Die fröhlichen Lieder der Hoffnung und Zuversicht sang ich mit. Gespannt lauschte ich dem Mut machenden Wort Gottes, das offensichtlich mich meinte. In dem Kreis fühlte ich mich angenommen und zu Hause. An diesem Wochenende hat mein Leben Zukunft und Ziel gefunden. Daran hat sich bis heute, 73 Jahre später, nichts geändert. So kann ich dem Wort Davids von Herzen zustimmen: Danke, Gott, dass dein Wort neues Leben und einen neuen Anfang schenkt. Niemals werde ich vergessen, was du mir Gutes getan hast und tust!

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