Andachten

Andacht

Andacht 16. Mai 2022

16. Mai 2022 | Claudia Mohr

Andacht 16. Mai 2022

Bildnachweis: Gerd Schmid

Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?

Er kam bis zur dritten Strophe des Liedes „Soon and very soon, we are going to see the King“: „No more dying there, we are going to see the King.“ Dann verstarb Donnie Johnson am 16. Mai 2019 um 19:37 Uhr Ortszeit in einem Gefängnis in Tennessee an den Folgen der Giftspritze. Er wurde hingerichtet, weil er 1985 seine Ehefrau auf grausame Weise ermordet hatte. Seit über 30 Jahren saß Johnson in der Todeszelle und seine Hinrichtung war mehrmals verschoben worden. 1990 bekehrte er sich durch den adventistischen Gefängnisdienst der Riverside-Chapel und wurde in die Adventgemeinde getauft. Er hielt Bibelstunden für Mithäftlinge und startete das Radioprogramm „Was die Bibel sagt“. Sein Gesinnungswandel war deutlich zu erkennen, das Gnadengesuch von Ted Wilson wurde dennoch abgelehnt. Aber Johnson starb in Frieden. Wie die Nachrichtenagentur idea berichtete, sagte er: „Ich akzeptiere alles, was der Herr zulässt, sogar meinen Tod. Wenn meine Arbeit getan ist, bin ich zufrieden.“ Er verzichtete auf seine Henkersmahlzeit und stiftete diese einem Obdachlosen. Es ist klar: Johnson war kein adventistischer Märtyrer, er war ein bereuender Mörder. Er starb nicht für seinen Glauben, doch er starb mit seinem Glauben. Der Glaube gab ihm Kraft, dieses furchtbare Schicksal zu tragen und friedlich einzuschlafen, denn er wusste, er würde nur einmal sterben. Das war sein Bekenntnis: „No more dying there, we are going to see the King!“ Für viele von uns ist das Lebensende noch sehr weit weg. Doch manche Menschen stehen kurz vor dem letzten großen Tor zur Ewigkeit. Im Angesicht des Todes leben zu müssen, stellt eine Glaubensprüfung dar. Der Tod kann Angst machen, er kann aber auch große Energie freisetzen. Beispiele aus der Geschichte sind die Pyramiden, der Petersdom oder „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms. Im 6. Satz singt der gesamte Chor: „Tod, wo ist dein Stachel! Hölle, wo ist dein Sieg!“ Ganz bewusst hat Brahms dort die Fragezeichen in Ausrufezeichen verwandelt. So dürfen wir Christen leben, ohne Angst vor dem Tod und voller Vertrauen auf Gott – er wird uns über die Schwelle tragen und dann werden wir den König sehen!

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