Andachten

Andacht

Andacht 04. Juli 2022

04. Juli 2022 | Roland Nickel

Andacht 04. Juli 2022

Bildnachweis: Gerd Schmid

„In jenen Tagen und zu jener Zeit“, spricht der Herr, „wird man zwar genau schauen, ob Israel sich etwas zuschulden hat kommen lassen, man wird aber nichts finden können. Man wird auch in Juda danach suchen. Aber auch dort wird keine Schuld mehr zu finden sein. Denn ich habe dem Rest des Volkes, den ich gerettet habe, vergeben.“

Es war ein klarer Elfmeter! Oder doch nicht? Wir brauchen die Zeitlupe, um die Szene aus verschiedenen Perspektiven zu untersuchen. In der Halbzeitpause gibt es umfangreiche Analysen. Wer war schuld? Der Abwehrspieler, der Torwart oder war es nur eine Schwalbe? Hat der Schiedsrichter vielleicht falsch entschieden? Mir scheint, dass wir manchmal mit unseren Fehlern und unserer Schuld genauso umgehen. Wir schauen sie von allen Seiten an. Wir analysieren. Wir ärgern uns. Hätten wir doch dieses oder jenes anders gemacht, es wäre nicht passiert. Unser Gewissen zermartert uns, manchmal jahrelang. Von allen Seiten drehen wir uns um unsere Fehler. Immer wieder kommen die Gedanken hoch, wie bei einer Zeitlupe, aus allen Richtungen. Die Bilder graben sich tief in unsere Seele ein. Wir wollen es am liebsten ungeschehen machen. Aber es geht nicht. Ein falsches Wort, eine falsche Entscheidung, eine unbedachte Handlung. Nur einmal zu schnell gefahren. Die Folgen dauern manchmal ein Leben lang. Ja, es gibt Schuld. Wir werden schuldig, an uns selbst, an anderen und Gott gegenüber. Unser Gewissen hat recht und vieles kann man nicht mehr zurückdrehen. Der Teufelskreis der selbstzerfleischenden Gedanken und Selbstvorwürfe macht uns krank. Der Prophet Jeremia weist hier den Weg: Die Schuld, unsere Schuld, ist nicht mehr da. Man findet sie nicht, so sehr man auch sucht. Keine Zeitlupe – aus welcher Perspektive auch immer – kann sie wieder hervorbringen. Schuld zu suchen und sie nicht mehr zu finden, das ist die gute Nachricht Gottes. Kein Zeigefinger, kein schlechtes Gewissen, keine Selbstvorwürfe. Wir brauchen nicht mehr zu suchen, wir sind frei! Weil er, der Herr, uns vergibt. Wir sind frei, unsere Seele blüht auf, die Belastung ist weg. Die Schuld ist verschwunden, nicht mehr zu sehen. Hören wir auf zu suchen, schalten wir die Zeitlupe ab und vertrauen wir dem gütigen Herrn.

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