Andachten

Andacht

Andacht 06. Juli 2022

06. Juli 2022 | Beate Strobel

Andacht 06. Juli 2022

Bildnachweis: Gerd Schmid

Lass uns erkennen, wie kurz unser Leben ist, damit wir zur Einsicht kommen.

Ich gehe gerne auf Friedhöfen spazieren und schaue mir die Gräbergestaltung an. Manche haben eine Steinplatte, auf anderen Gräbern stehen kleine oder große Engelsfiguren, manchmal ist ein Bild des Verstorbenen auf dem Grabstein zu sehen. Einmal im Frühsommer kam ich an ein Grab, das mit Erdbeeren bepflanzt war. Eine junge Frau stand daneben und erklärte auf meinen fragenden Blick, dass ihr Großvater hier beerdigt sei, mit dem sie früher als Kind Erdbeeren geerntet hatte. Wenn sie im Frühjahr sein Grab besucht, nascht sie immer ein paar Beeren, wie damals in der Kindheit. Dann sieht sie ihn bis heute vor sich. Je älter ich werde, desto öfter denke ich an den Tod. Der Tod gehört ja zum Leben dazu und ich kann mich nicht vor ihm verstecken. Ich frage mich zum Beispiel: Wie möchte ich in Erinnerung bleiben? Im Geschmack einer Erdbeere? Das wäre nicht schlecht. Aber ich glaube, da geht noch mehr. Es ist wichtig, Erinnerungen an Menschen wachzuhalten, die nicht mehr bei uns sind. Erinnern heißt: die Toten in unserem Herzen weiterleben zu lassen. Erinnern kann ich mich immer und überall und auf unterschiedliche Weise. Manche richten sich in ihrer Wohnung eine Erinnerungsecke an geliebte Menschen ein und stellen Fotos auf; manchmal liegen dort auch kleine persönliche Gegenstände. Aber warum sollen Erinnerungen eigentlich immer nur zurück in die Vergangenheit gehen zu den Toten? Warum erinnern wir uns nicht ganz bewusst auch an die, die das Leben mit uns teilen? Den Toten kann ich nur noch in Gedanken begegnen, aber die Menschen um mich herum, sie sind da. Wie wäre es, wenn ich mir bewusst vor Augen führe: Klar, irgendwann muss ich auch sterben. Aber noch ist es nicht so weit. Noch habe ich Zeit. Und die will ich klug nutzen. Jeden Tag gibt es so viel, was mich mit den Menschen um mich herum verbindet. Es wäre schön, wenn ich es öfter aussprechen würde. Habe ich meinem Mann heute schon gesagt, was er für mich ist? Oder habe ich meiner Freundin gedankt für ihre offenen Ohren, ihre Loyalität, ihre unbeschwerte Leichtigkeit? Viel zu oft bleibe ich stumm. Weil anderes gerade wichtiger erscheint. Heute möchte ich Folgendes in den Tag mitnehmen: Meine Zeit ist begrenzt, aber ich darf sie nutzen. Mit Gottes Hilfe.

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