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Andacht

Andacht 07. August 2022

07. August 2022 | Heidemarie Klingeberg

Andacht 07. August 2022

Bildnachweis: Monika Breiholz

Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst so: Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner.

Die Pharisäer gehörten zu einer hoch motivierten „Elitetruppe“. Zur Zeit Jesu gab es schätzungsweise 6000 von ihnen. Nach ihrem Verständnis waren sie die wahren Gläubigen. Sie verehrten das göttliche Wort und achteten auf seine zuverlässige Überlieferung. Zur Absicherung gegen ein Übertreten der Gebote errichteten sie einen schützenden „Zaun“ aus einer Vielzahl von Einzelvorschriften. So wurden allein zur Beachtung des Sabbats 1521 zusätzliche Regeln aufgestellt. Manche Pharisäer glaubten, wenn es dem Volk Israel nur einen Tag lang gelänge, alle Vorschriften des Gesetzes zu halten, dann würde der Messias kommen. (Informationen aus: George Knight, Handbuch für Pharisäer, Advent-Verlag 1997) Die Zöllner hingegen waren die Steuereintreiber für die römische Besatzungsmacht. Dabei wanderte so manches Geldstück in die eigene Tasche, daher waren sie äußerst unbeliebt. „Der Zöllner aber stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! … Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus.“ (V. 13–14) Der Herr nimmt den Zöllner an, nicht aber den Pharisäer. Verkehrte Welt! War es nicht ungerecht, dass Gott den Einsatz des Frommen nicht honorierte? Sollte die ganze Mühe tatsächlich umsonst sein, alle Anstrengungen und Opfer für den „wahren Glauben“ vergeblich? Was hat er denn falsch gemacht, der brave, fleißige und eifrige Pharisäer? „Begreift doch endlich … Nicht auf eure Opfer oder Gaben kommt es an, sondern darauf, dass ihr barmherzig seid“ (Mt 9,13 Hfa 2002), sagt Jesus den Pharisäern, die sich darüber aufregen, dass er sich „mit solchem Gesindel“ abgibt (V. 11). Arroganz, Selbstgerechtigkeit und Überheblichkeit der Frommen haben sich über Jahrtausende gehalten. Oft werden sie gut getarnt, aber der Herr lässt sich nicht täuschen. „Gott sei mir Sünder gnädig!“ Wir haben keinen Grund, auf andere Menschen herabzusehen und auf unsere eigene Frömmigkeit stolz zu sein. Aber wir haben 1000 Gründe, Gott jeden Tag für seine unverdiente Gnade, Liebe und Barmherzigkeit zu danken.

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