Andachten

Andacht

Andacht 09. August 2022

09. August 2022 | Joachim Kappler

Andacht 09. August 2022

Bildnachweis: Monika Breiholz

Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind’s, die ihn finden!

Dieser bekannte und anschauliche Vergleich Jesu regt nicht nur meine Fantasie an und hat schon manchen Maler inspiriert. Ich erinnere mich an ein Bild aus einem christlichen Memory-Spiel, das links eine breite Autostraße zeigte, die in halsbrecherischen Kurven auf den Abgrund zulief; rechts führte ein steiler und steiniger Pfad ins Gebirge, einem fernen Gipfel zu. Und wer kennt nicht das bekannte Lied „Näher mein Gott zu dir“ mit der Strophe „Geht auch die schmale Bahn aufwärts gar steil“ (z. B. ghs 534). Alles sehr beeindruckend, aber so steht es nicht in der Bibel. Der schmale Weg, den Jesus meint, muss weder steil noch beschwerlich oder gar gefährlich sein. Gewiss, er ist begrenzt, aber nicht aus Schikane oder als Prüfung, sondern weil ihn nur wenige gehen. Damals wurden Wege nicht extra angelegt, sondern ausgetreten. Demzufolge blieb ein Weg schmal, wenn er nur selten gefunden und betreten wurde. Jeder Wanderer hat es schon erlebt: Er hat von einem interessanten Weg zu einem lohnenden Ziel gehört oder gelesen, aber er findet den Abzweig nicht. Fehlt ein Wegweiser? Oder ist dieser durch den Zahn der Zeit verwittert und unleserlich geworden? Die anderen Pilger vor ihm sind schon zügig vorangegangen und streben dem fernen, hohen Ziel entgegen. Wenn sie wenigstens ein Zeichen hinterlassen hätten oder von oben rufen würden! Ob es manchmal besser wäre, unten an der „engen Pforte“ stehen zu bleiben und ein lebendiger Wegweiser zu sein? Aber auch bei diesem Gedanken gerate ich in die Gefahr, das Gleichnis zu überziehen. Ein Weg ist zum Gehen da, nicht zum Stehenbleiben. Jesus sagt von sich: „Ich bin der Weg“ (Joh 14,6) – und nicht der Standpunkt. Warum geht nicht die Mehrheit der Menschen den Weg mit Jesus? Bei einem Wettlauf konzentriert man sich vorrangig auf seine eigenen Schritte, aber beim Wandern und Pilgern sollte man auch auf seinen Nachfolger achten. Ich möchte meine Mitmenschen weder ausbremsen noch aus den Augen verlieren, stattdessen möchte ich mit ihnen gemeinsam den schmalen Weg weiter austreten.

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