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Andacht 16. August 2022

16. August 2022 | Udo Worschech

Andacht 16. August 2022

Bildnachweis: Gerd Schmid

Jesus spricht zu ihr: Frau, glaube mir, es kommt die Stunde, da ihr weder auf diesem Berg [Garizim] noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.

Dieser Rabbi hatte ihre Leidenschaften unverblümt angesprochen und ihrem Lebensdurst dann neue Inhalte und Ziele gegeben. Aber nun stellte er nicht nur ihre samaritanische, sondern auch seine eigene Religion infrage: Weder in Garizim noch in Jerusalem galten die überkommenen religiösen Überzeugungen beider Völker etwas. Stattdessen Annahme und Anbetung Gottes „im Geist und in der Wahrheit“ (V. 23). Den Krug mit Wasser, den die Samaritanerin Jesus reichte, und das Essen, das die Jünger in Samaria kauften, waren nach rabbinischer Auffassung aus den Händen der Samaritaner unrein. Wenn also Garizim und Jerusalem nicht mehr wichtig waren, dann galt auch dieses abfällige, trennende Urteilen nicht mehr. Und nun wagte sie es zu bekennen: „Ich weiß, dass der Messias kommt.“ (V. 25) Sie lief in die Stadt, und diese Erkenntnis sprudelte förmlich aus ihr heraus wie lebendiges Wasser, von dem viele ihrer Landesgenossen tranken und mehr wollten. Sie drängten Jesus, doch bei ihnen zu bleiben, damit sie etwas von seinem lebendigen Wasser erhalten könnten, denn „dieser ist wahrlich der Welt Heiland“ (V. 42). Das Evangelium wurde von einer gesellschaftlich geächteten Frau nach Samaria getragen, in einer Zeit und Gesellschaft, in der Frauen keine Rechte hatten. Zu denken gibt nun, dass es im übertragenen Sinne immer noch „Jerusalem“ und „Garizim“ gibt. Und das obwohl Jesus der Welt die Anbetung Gottes im „Geist und in der Wahrheit“ gebracht hat. Zu denken gibt auch, dass die Welt den Frauen ihre Rechte zugesteht, aber „Jerusalem“ und „Garizim“ tun es nicht. Es ist nicht leicht, aber es liegt dennoch an mir und an dir, heute die Anbetung Gottes im „Geist und in der Wahrheit“ auch im Alltäglichen wirken zu lassen. Es geht dann nicht mehr um das spezielle Beispiel der individuellen Befreiung der Samaritanerin zu neuen Lebensinhalten, sondern um das Freisein des Glaubens von Anschauungen und Formen, die ich mir selbst auferlegt habe oder die mir auferlegt worden sind. Im „Geist und in der Wahrheit“ mit Gott heißt, mutig und zuversichtlich den heutigen Tag mit ihm zu begehen.

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