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Andacht 26. August 2022

26. August 2022 | Alexander K.

Andacht 26. August 2022

Bildnachweis: Monika Breiholz

Da sagte Jesus zu ihm: „Du glaubst, weil du mich gesehen hast. Glücklich sind die, die mich nicht sehen und dennoch glauben.“

Als im Jahr 2013 die proChrist-Reihe das Motto „Zweifeln und Staunen“ trug, fand ich das mutig und ehrlich zugleich. Mutig, weil Zweifel oft als etwas angesehen werden, das wir bekämpfen müssen. Ehrlich, weil ich bisher keinen ernsthaften Christen kennengelernt habe, der nicht gelegentlich oder auch häufiger mit Zweifeln zu tun hat. Keine Frage, Gott wünscht sich, dass wir nicht zweifeln. In der Glaubensdefinition von Hebräer 11,1 bildet für Luther das Nichtzweifeln ein Kernelement. Doch bei genauerer Betrachtung geht es weniger um die völlige Abwesenheit von Zweifel, sondern eher um Vertrauen statt Zweifel. Glaube wäre nicht nötig, wenn es nicht die Möglichkeit des Zweifelns geben würde. Das macht Jesus Thomas im oben stehenden Bibeltext klar. Wer den unanfechtbaren Beweis für die Auferstehung Jesu greifbar vor sich hat, braucht keinen Glauben mehr. Daher sind auch unsere menschlichen Versuche, die Existenz Gottes zweifelsfrei zu beweisen, zum Scheitern verurteilt. Gott hat das nicht gewollt; ihm geht es um das vertrauensvolle Annehmen seiner Worte, die gut begründet sind, aber eben nicht so zweifelsfrei, dass Glaube überflüssig würde. Ich stelle immer wieder fest, dass Gott mit dieser Realität problemlos umgehen kann – im Gegensatz zu uns Menschen. Aber sollten nicht gerade wir mehr Verständnis für den Zweifel anderer haben? Die kurze Geschichte, der unser heutiger Bibeltext entnommen ist, macht mir Mut, ehrlich mit meinem (inneren) Ringen umzugehen. Ja, Jesus wünschte sich einen starken Glauben bei Thomas, ohne das Anzweifeln der Berichte seiner Freunde. Doch für Thomas ist die Auferstehung so unglaublich, dass er einen handfesten Beweis erwartet. Und Jesus geht darauf ein, ohne Vorwurf. Aber mit dem Hinweis, wodurch sich Glaube auszeichnet. Wie kann ich also glaubend leben trotz Zweifeln? Indem ich meine Zweifel dort lasse, wo sie am besten aufgehoben sind: bei Gott. Er hat keine Angst vor meinem Zweifel. Er offenbart sich mir auf eine Weise, die meinen Glauben stärkt, wie bei Thomas. Aber er drängt sich nicht auf. Und er möchte sich weiterhin von mir entdecken lassen und mich herausfordern. Eben mutig und ehrlich.

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