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Vom Krankenhaus zum Gesundheitsnetzwerk

20. April 2010 | APD | Kategorie: APD

Im Jahr 1919 kaufte Dr. Louis E. Conradi im Auftrag der damaligen Freikirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Berlin-Zehlendorf ein Grundstück am Rande des Grunewaldes sowie dem nahegelegenen Schlachtensee mit den dazugehörigen Gebäuden des ehemaligen Lungensanatoriums von Dr. Ziegelroth. Dr. Conradi, seine Ehefrau, eine Krankenschwester und ein Krankenpfleger sowie ein Mitarbeiter der Verwaltung waren die eigentlichen Pioniere des damaligen “Sanatorium und Klinik Waldfriede“.Eröffnung und erste JahreNach dem Vorbild des 1886 gegründeten adventistischen Battle Creek Krankenhauses in Michigan/USA, das der Arzt Dr. John Harvey Kellogg, der unter anderem die Cornflakes erfand, leitete, sollte in “Waldfriede“ nicht nur der medizinische, sondern vor allem der präventive und ganzheitliche Behandlungsansatz im Vordergrund stehen. Am 15. April 1920 war die Eröffnung des Akutkrankenhauses “Waldfriede“. Der Aufbau dieser Gesundheitseinrichtung begann mit 39 Betten in 27 Krankenzimmern und einem noch nicht fertiggestellten Operationssaal.In den Jahren 1922/23 ermöglichten Spenden und eigene Mittel einen Erweiterungsbau. 1922 erhielt das Krankenhaus die staatliche Anerkennung sowie die Erlaubnis, eine Krankenpflegeschule zu eröffnen. Das erforderliche Krankenpflegepersonal stammte in der Anfangsphase ausschließlich von der kircheneigenen “Friedensauer Schwesternschaft“, die 1901 in Friedensau bei Magdeburg gegründet wurde.Der Krankenhausstandort durchlebte im Laufe der nächsten Jahrzehnte Höhen und Tiefen. Vor allem in den ersten 25 Jahren waren mit den Auswirkungen der Inflation, der Weltwirtschaftskrise, dem Nationalsozialismus und dem Zweiten Weltkrieg große Schwierigkeiten zu bewältigen. Von den Bombenangriffen in den 1940er Jahren blieb das Krankenhaus verschont.In neuerer ZeitIn der jüngeren Vergangenheit kam es 1986 zum Aufbau eines ehrenamtlichen Hilfsdienstes, der den Patienten von der Aufnahme bis zur Begleitung auf den Stationen behilflich ist. Das Krankenhaus hatte in diesem Jahr seinen Höchststand mit 230 Betten erreicht. Am 1. Oktober 1989 wurde die “Sozialstation Waldfriede“ gegründet und erstmalig in Deutschland an ein Akutkrankenhaus angesiedelt. Heute kümmern sich 64 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um ambulante Patienten, von denen täglich bis zu 160 betreut werden.1993 wurde erstmals in Deutschland mit dem “Gesundheitszentrum PrimaVita“ an einem Akutkrankenhaus ein Gesundheitsförderungszentrum mit einem strukturierten Präventivprogramm angesiedelt. Bereits im Jahr 1984, noch lange, bevor der Gesetzgeber sich mit Präventionsprogrammen befasste, fanden im Krankenhaus “Waldfriede“ Gesundheitsseminare statt. 2002 wurde das Gesundheitszentrum inhaltlich, personell und mit Partnern erweitert. Ein breites, präventiv-medizinisches Spektrum an Kursen und Seminaren zu den Themen Bewegung, Ernährung, Gewichtsmanagement und allgemeiner Lebensstil wird von Medizinern, Ernährungswissenschaftlern, Bewegungstherapeuten, Psychologen und ehrenamtlichen Mitarbeitern angeboten.Am 1. April 1997 wurde die “Kurzzeitpflege Waldfriede“ gegründet und erstmals in Berlin an einem Akutkrankenhaus eingerichtet. Die Kurzzeitpflegestation hat 14 Betten. Hier werden jährlich etwa 300 pflegebedürftige Gäste betreut.1999 erfolgte die Gründung der “Servicegesellschaft Krankenhaus Waldfriede“ (SKW), die vor allem die Wirtschafts- und Versorgungsleistungen erbringt und verantwortlich für die Verpflegung, Reinigung, Transportdienst und Bettenzentrale ist. Die SKW versorgt weitere Pflegeeinrichtungen, Schulen und Kindertagesstätten im Bezirk.Seit September 2000 bietet “Waldfriede“ weltweit als erstes Krankenhaus mit der “Babywiege“ (Babyklappe) ein umfangreiches Beratungs- und Betreuungskonzept an. Seitdem wurden etwa 20 Babys anonym in die Babyklappe gelegt und rund 110 anonyme Geburten durchgeführt. Die Krankenhausseelsorger leisten eine wertvolle Arbeit.2005 wurde “Waldfriede“ eines von acht anerkannten Brustkrebszentren in Berlin mit einem DMP-Vertrag der Krankenkassen. Seit September 2007 wird vom Krankenhaus in Zusammenarbeit mit dem Advent-Wohlfahrtswerk eine Kindertagesstätte mit 65 Plätzen betrieben.Zur Stärkung der internationalen Beziehungen schloss “Waldfriede“ 2008 eine Kooperationsvereinbarung mit der Florida-Hospital-Kette in Orlando/USA ab. Sie beinhaltet die Zusammenarbeit auf dem medizinischen, pflegerischen und administrativen Sektor. Zudem wird “Waldfriede“ mit seinem “Interdisziplinären Darm- und Beckenbodenzentrum“ Europäische Ausbildungsstätte für Operationstechniken, an der Ärzte aus dem In- und Ausland teilnehmen. 2008 übernahm das Krankenhaus vom Bezirk ein Schwimmbad, um sämtliche Schwimmkurse und medizinische Wasseranwendungen im Rahmen des präventiven Kursprogramms dort durchzuführen. Im gleichen Jahr wurde auch die “Kurzzeitpflegeeinrichtung am Botanischen Garten“ in Berlin-Steglitz mit 14 Betten und einer jährlichen Betreuung von rund 270 pflegebedürftigen Gästen übernommen.2009 gab es eine weitere internationale Kooperation mit dem Land Syrien. Seit 2010 ist es möglich, selbst zahlenden Patienten ein vollständiges Vorsorge-Untersuchungsprogramm an einem Tag anzubieten. In den nächsten Wochen werden zwei neue Operationssäle sowie der Umbau des bisherigen Operationszentrums und der Ersten Hilfe fertiggestellt.Auszeichnungen“Waldfriede“ wurde 1998 von der “Stiftung Warentest“ unter den 300 besten Krankenhäusern Deutschlands aufgeführt. Laut der Zeitschrift “Öko-Test“ gehört es zu den 100 besten Geburtskliniken in der Bundesrepublik. In einer bundesweiten Umfrage der Techniker Krankenkasse erzielte “Waldfriede“ im Jahr 2006 den 6. Platz von 2.100 Krankenhäusern in den Kriterien Patientenzufriedenheit und medizinische Behandlungsqualität. 2007 wurde “Waldfriede“ als zweites energiesparendes Krankenhaus in Deutschland mit dem BUND Gütesiegel erneut zertifiziert. Im Juni 2008 erfolgte die Rezertifizierung nach KTQ (Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen).MitgliedschaftenDas Akutkrankenhaus “Waldfriede“ ist akademisches Lehrkrankenhaus der Charité-Universitätsmedizin Berlin und europäisches Ausbildungszentrum für Operationstechniken in der Koloproktologie. Es ist unter anderem Mitglied im Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, im Deutschen Netz gesundheitsfördernder Krankenhäuser der Weltgesundheitsorganisation WHO (DnfGK), im Deutschen und Europäischen Netz rauchfreier Krankenhäuser, im Ausländischen Patientennetzwerk NBMC, im Deutschen Krankenhausverband, im Verband evangelischer Krankenhäuser und Stationärer Einrichtungen Berlin-Brandenburg, im Evangelischen Verband für Altenarbeit und Pflegerische Dienste (EVAP), im Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands, bei Gesundheit Berlin – Landesgemeinschaft für Gesundheitsförderung sowie Teil des weltweiten “Adventist Health System“ der Siebenten-Tags-Adventisten.___________________________________________________________________________Der Text kann kostenlos genutzt werden. Veröffentlichung nur mit Quellenangabe “APD“ gestattet! Zur Bildergalerie

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