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Einfühlungsvermögen und Respekt bei jeder Kommunikation

30. Juni 2010 | Atlanta, Georgia/USA | APD | Kategorie: APD

Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten “bejaht eindringlich die Meinungsfreiheit im Allgemeinen und insbesondere die Freiheit, über den Glauben zu sprechen“, heißt es in ihrer “Stellungnahme zur Meinungsfreiheit und Diffamierung der Religion“. In der vom Exekutivausschuss der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) beschlossenen und den Delegierten der Weltsynode in Atlanta vorgelegten Erklärung wehren sich die Adventisten gegen Versuche von Regierungen, Aussagen unterbinden zu wollen, um “religiöse Gefühle zu schützen“. Das könne zur Unterdrückung der Meinungsfreiheit führen. Nur wenn Äußerungen den Menschen “schweren Schaden“ zufügen könnten, müsse der Staat seine Verantwortung “für den Schutz der Bevölkerung“ wahrnehmen. Doch in solch einem Fall erwarte die Kirche von den Regierungen, die Beschränkungen genau festzulegen, damit ausschließlich die gefährlichen Aussagen davon betroffen sind“.

Die Adventisten setzten sich nicht nur für das Recht ein, Glaubensauffassungen frei äußern zu können, sie sähen hier auch ihre eigene Verantwortung. In Gesprächen über andere Bekenntnisse gelte es “ehrlich und liebevoll“ zu sein, da religiöser Eifer zu einem einseitigen Verständnis über andere führen könne. Ehrlichkeit bedeute nicht nur, sorgfältig gesammelte Fakten zusammenzustellen, sondern auch “diese Informationen in den richtigen Zusammenhang zu bringen“. Der Freikirche gehe es um “Einfühlungsvermögen und Respekt bei jeder Kommunikation“.

Dokumentation:

Stellungnahme der Siebenten-Tags-Adventisten zur Meinungsfreiheit und Diffamierung der Religion

Ein besonderes Merkmal des Menschen ist seine gottgegebene Fähigkeit, durch die Sprache, durch Symbole und durch das geschriebene Wort zu kommunizieren. Nirgends wird diese Fähigkeit stärker zum Ausdruck gebracht als im Bereich des Glaubens. Der Austausch über religiöse Glaubensvorstellungen ist ein zentraler Aspekt, wenn es darum geht, Sinn und Zweck des Lebens zu bestimmen, Werte zu besprechen, welche unsere Handlungen leiten, und um Erlebnisse auf unserer Suche nach einer tieferen Gotteserkenntnis mitzuteilen.

Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten bejaht eindringlich die Meinungsfreiheit im Allgemeinen und insbesondere die Freiheit, über den Glauben zu sprechen. Obgleich die Meinungsfreiheit im Artikel 19 der “Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ gewährleistet ist, gibt es immer wieder auf nationaler Ebene und bei den Vereinten Nationen Bemühungen, die Meinungsfreiheit einzuschränken. In beiden Fällen wird ein bedeutsamer Schwerpunkt auf die Unterbindung von Aussagen gesetzt, welche die Glaubensvorstellungen des Hörers verletzen könnten. Die Siebenten-Tags-Adventisten bejahen Einfühlungsvermögen und Respekt bei jeder Kommunikation. Daher sind wir über Aussagen besorgt, die absichtlich das religiöse Empfinden anderer verletzen sollen. Wir sind jedoch davon überzeugt, dass die Abtretung dieses Rechtes an den Staat, damit er alle religiösen Aussagen steuert, eine viel größere Bedrohung für die Eigenverantwortung der Gläubigen darstellt, als beleidigende Aussagen. Es gibt heute tatsächlich zahlreiche Beispiele von Staaten, deren Anliegen es angeblich ist, religiöse Gefühle zu schützen, um in Wirklichkeit friedliche, religiöse Äußerungen gewaltsam zum Schweigen zu bringen.

Bei unserem Widerstand gegen die Einschränkung der Meinungsfreiheit gibt es aber auch Ausnahmen. Die Kirche erkennt an, dass in ganz bestimmten Fällen Äußerungen der körperlichen Sicherheit, dem persönlichem Besitz und anderen damit zusammenhängenden Rechten schweren Schaden zufügen können. In diesen sehr begrenzten Fällen, erkennen wir die Verantwortung des Staates für den Schutz der Bevölkerung an. Wenn solche Einschränkungen notwendig sind, erwartet die Kirche von den Regierungen, die Beschränkungen genau festzulegen, damit ausschließlich die gefährlichen Aussagen davon betroffen sind.

Die Kirche ist der Ansicht, dass jene, welche die Aufgabe haben, sich für die Förderung der Grundrechte einschließlich aller Aspekte der Religionsfreiheit, einzusetzen, einer besonderen Verantwortung obliegen. Diese Verantwortung ist besonders auf Regierungsebene relevant, da es hier normalerweise vor allem möglich ist, große Achtung für die Rechte der Bevölkerung und speziell der Minderheiten zu fördern.

Während die Siebenten-Tags-Adventisten sich für das Recht einsetzen, Glaubensauffassungen frei äußern zu können, bekennen sie sich gleichzeitig zur Verantwortung, ihre Aussagen so zu formulieren, dass sie mit den biblischen Lehren übereinstimmen. Das schließt auch die Verpflichtung mit ein, ehrlich und liebevoll zu sein. Dies ist besonders bei Gesprächen über eine andere Glaubensauffassung wichtig, da religiöser Eifer zu einem einseitigen Verständnis über andere führen kann. Ehrlichkeit heißt nicht nur, sorgfältig gesammelte Fakten zusammenzustellen, sondern auch, diese Informationen in den richtigen Zusammenhang zu bringen. In allem, was sie sagen oder tun, sind die Siebenten-Tags-Adventisten an das Gesetz der Liebe Christi gebunden. Wenn die von Gott gegebene Gabe der Sprache dazu benutzt wird, um mit Liebe zu kommunizieren, werden wir nicht nur für die Menschen um uns herum ein Segen sein; wir werden den Gott ehren, der uns alle mit der Gabe, uns mitzuteilen, geschaffen hat.

Hinweis: Die Stellungnahme wurde von dem Exekutivausschuss der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten am 23. Juni 2010 beschlossen und von den Delegierten der 59. Generalkonferenz-Vollversammlung (Weltsynode) der Freikirche in Atlanta, Georgia/USA, zur Kenntnis genommen.

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Der Text kann kostenlos genutzt werden. Veröffentlichung nur mit Quellenangabe “APD“ gestattet!

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