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Bischof aus Palästina neuer Präsident des Lutherischen Weltbundes

26. Juli 2010 | Stuttgart | APD | Kategorie: APD

Dr. Munib Younan (59), Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land, wurde während der Elften Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Stuttgart zum neuen Präsidenten gewählt. Dem Lutherischen Weltbund gehören 145 Mitgliedskirchen in 79 Ländern mit rund 70,1 Millionen lutherischen Christen an.

Bischof Younan war der einzige Kandidat. Von den zum Zeitpunkt der Wahl 360 anwesenden Delegierten stimmten 300 Delegierte für ihn, 23 stimmten dagegen,und 37 Delegierte enthielten sich der Stimme.

Munib Younan löst Bischof Mark S. Hanson (63) aus den USA ab, der bei der letzten Vollversammlung 2003 in Winnipeg/Kanada das Präsidentenamt übernommen hatte. Younan ist seit 1998 Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELKJHL). Er studierte Theologie in Finnland und in den USA. Die ELKJHL hat rund 2.000 Mitglieder in den sechs Gemeinden Jerusalem, Bethlehem, Beit Jala, Beit Sahur, Ramallah und Amman.

Der Bischof gehörte dem Rat des LWB bereits zwei Legislaturperioden an. 2003 wurde er zu einem der fünf Vizepräsidenten des Lutherischen Weltbundes gewählt. Younan ist außerdem Mitbegründer des “Rates Religiöser Institutionen des Heiligen Landes“ (CRIHL), der sich aus zwei Oberrabbinern, den Leitenden Persönlichkeiten der lokalen Kirchen, dem Obersten Richter des Islamischen Gerichtshofes in Palästina und anderen muslimischen Religionsführern zusammensetzt. Er gehört auch dem Exekutivkomitee des Mittelöstlichen Kirchenrats (MECC) an.

Der am 8. September 1950 in Jerusalem geborene Palästinenser ist verheiratet und hat drei Kinder. Younan besitzt immer noch eine Ausweiskarte des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA), die seinen Flüchtlingsstatus belegt.

Als seine oberste Priorität bezeichnete Bischof Younan nach seiner Wahl,die weltweite Gemeinschaft lutherischer Kirchen zusammenzuhalten. “Wir müssen uns fragen: Was ist unsere Mission in der Welt? Zur Heilung der Welt – das ist meine Priorität. Was ist Mission, was ist prophetische Diakonie? – Das ist eine Priorität, welche die Gemeinschaft zusammenhalten wird.” Als seine Hauptsorge im Nahen und Mittleren Osten bezeichnete Younan die Angst der Israelis und die Angst der Palästinenser. “Was immer unser theologischer Standpunkt zu Israel ist: Wir dürfen trotzdem das Thema Gerechtigkeit nicht einfach beiseite schieben. Ich will Gerechtigkeit für Palästinenser und Palästinenserinnen und Gerechtigkeit für die Israelis.“

Der LWB repräsentiert mit rund 70,1 Millionen Menschen nach Katholiken und Orthodoxen weltweit die drittgrößte christliche Konfessionsfamilie. Die Lutheraner sehen die Heilige Schrift als alleinige Quelle und Norm an. Der vom Reformator Martin Luther verfasste Katechismus gilt als zutreffende Auslegung der Bibel.

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