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In Südeuropa spüren Adventisten die Auswirkungen der Finanzkrise

06. Februar 2011 | Zürich/Schweiz | APD | Kategorie: APD

“Viele Mitglieder unserer Kirche haben ihre Arbeit verloren”, beklagte Pastor Apostolos Maglis, Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Griechenland. Die Freikirche finanziert sich ausschließlich durch den sogenannten “Zehnten” (zehn Prozent des Einkommens) und weiteren Spenden, die ihre Mitglieder freiwillig aufbringen.

Laut Adventist News Network (ANN) habe die hohe Arbeitslosenrate in Griechenland 2010 zu einem Rückgang der Zehntengelder um 20 Prozent geführt. Maglis erwarte 2011 einen weiteren Rückgang um 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die evangelische Freikirche hat in Griechenland 570 erwachsen getaufte Mitglieder in zehn Gemeinden.

Spanien“Was in der Gesellschaft geschieht, wirkt sich in gleicher Weise in der Kirche aus”, sagte Juan Andres Prieto, Finanzchef der spanischen Adventisten. Er wisse von einer Gemeinde mit rund 70 Mitgliedern, die alle arbeitslos seien. Spanien habe mit 20 Prozent beziehungsweise 4,7 Millionen Erwerbslosen die zweihöchste Arbeitslosenrate in Europa.

Seit 2008 sei die Freikirche, laut Prieto, in einer schwierigen Lage und habe die Gehälter eingefroren. Um den finanziellen Herausforderungen begegnen zu können, gebe es einen Fonds, in den zwei Prozent der Pastorenlöhne eingespeist würden, um daraus bedürftige Kirchenmitglieder zu unterstützen. In Spanien leben 15.244 erwachsen getaufte Adventisten in 105 Kirchengemeinden.

Portugal“Die größte Schwierigkeit liegt für mich darin, die Bedürfnisse unserer Gemeinden zu decken”, teilte der Finanzverwalter der adventistischen Kirchenleitung in Portugal, Rui Filipe Dias, mit. Die Arbeitslosenrate liege bei elf Prozent. Es sei üblich, dass in einer Krise auch die Spenden der Mitglieder zurückgingen. Die Kirchenleitung könne deshalb keine Zuschüsse mehr bei der Gründung von neuen Gemeinden geben, betonte Dias. Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Portugal betreut 9.322 Mitglieder in 97 Gemeinden.

Deutschland, Österreich und SchweizDie Spenden der Adventisten in Deutschland und der Schweiz seien dagegen im letzten Jahr leicht gestiegen, teilten die dortigen Verantwortlichen für die Finanzen mit. In Österreich hätten die Adventisten 2009 rund fünf Prozent mehr für die Aufgaben ihrer Kirche gegeben.
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