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Vier Tage nach dem Erdbeben die erste warme Mahlzeit

15. März 2011 | Tokio/Japan | APD | Kategorie: APD

Die japanischen Hilfswerke sollen gemäß den Vorgaben des nationalen Departements für soziale Dienste (DSS) jene Lücken in der Versorgung der Bevölkerung ausfüllen, die von den staatlichen Behörden nicht abgedeckt werden, sagte Chris Ishii, Geschäftsführer der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe (ADRA) Japan, nach einer Koordinationssitzung mit den Behörden in Tokio. Die DSS habe vorerst unverderbliche Nahrungsmittel an die unter der Kälte leidenden Bevölkerung in den 20.000 kleinen und großen Evakuierungszentren verteilt, so Ishii.

ADRA Japan sei in Miyagino, einem Stadtteil von Sendai, die Leitung eines Evakuationszentrums für rund 1.000 Personen übertragen worden, berichtete der ADRA- Mitarbeiter, Taisei Suzuki. Unter Mithilfe von 10 Freiwilligen, selbst Tsunamiopfer, sei am 14. März 320 Personen eine traditionell japanische Miso-Suppe ausgegeben worden. Für viele von ihnen wäre dies, vier Tage nach dem Erdbeben, die erste warme Mahlzeit gewesen. 300 Personen blieben 24 Stunden im Evakuierungszentrum, 1.300 schliefen in der Nacht dort und 1.000 gingen tagsüber jeweils nach Hause, um aufzuräumen, so Suzuki.

“Ich habe gesehen, wie jemand auf der anderen Straßenseite vom Tsunami mitgerissen wurde. Auch mein Haus stand 1,6 Meter unter Wasser. Ich weiß nicht, wo ich mit Aufräumen beginnen soll. Aber ich habe angefangen – eins nach dem anderen”, sagte eine evakuierte Frau.

Die 30-Kilometer Evakuierungszone um das Atomkraftwerk Fukushima erschwere den Hilfsgütertransport in die nördlich gelegenen Gebiete, so der Geschäftsführer von ADRA Japan. Hinzu kämen Stromrationierungen in der Tokio umgebenden Kanto Region sowie Knappheit an Benzin, Flaschenwasser, Lebensmitteln, Wasserbehältern und die permanente Überlastung aller mobilen und Festnetztelefonverbindungen.
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