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Joseph Ratzinger, Benedikt XVI., “Jesus von Nazareth”, zweiter Teil

03. März 2012 | Ostfildern | APD | Kategorie: APD

In neun Kapiteln seines persönlichen Jesus-Buches geht Papst Benedikt XVI. auf Kernfragen des christlichen Glaubens ein: Warum ist Jesus am Kreuz gestorben?, Ist die Botschaft glaubwürdig, Jesus sei von den Toten auferstanden? Was heißt Auferstehung? Das Oberhaupt der katholischen Kirche stellt gleich zu Eingangs fest: “Nur wenn Jesus auferstanden ist, ist wirklich Neues geschehen, das die Welt und die Situation des Menschen verändert.”

Zur Thematik des umfangreichen Werkes gehören Einzug in Jerusalem und Tempelreinigung, die eschatologische Rede Jesu, die Fußwaschung, das hohepriesterliche Gebet Jesu, das letzte Abendmahl, Gethsemane, der Prozess Jesu, Kreuzigung und Grablegung Jesu, die Auferstehung Jesu aus dem Tod und der Ausblick des Autors “Aufgefahren in den Himmel – er sitzt zur Rechten Gottes des Vaters und wird wiederkommen in Herrlichkeit”. Dazu kommen ausführliche Literaturhinweise und ein vierzigseitiger Anhang des Verlages mit Abkürzungen, Registern der Bibelstellen und thematischen Registern.

Das Werk wurde katholischerseits mit Romano Guardinis Meisterarbeit “Der Herr” als Christologie von oben eingestuft, obwohl Ratzinger als Autor nie eine Christologie nach eigenen Angaben versucht habe. Seine Absicht war eher ein Vergleich mit dem theologischen Traktat von Thomas von Aquins “Summe der Theologie”, der dem Geheimnis des Lebens Jesu nachspürte. Der päpstliche Schreiber hofft trotzdem, dass ihm eine Annäherung an die Gestalt Jesu geschenkt worden sei, die allen Lesern hilfreich sein könne, “die Jesus begegnen und ihm glauben wollen”. Sein Ziel sei es, den historischen Jesus als den Jesus der Evangelien sichtbar zu machen.

In seinem Buch räumt er vor allem mit der klassischen antijudaistischen Behauptung auf, den Juden käme eine kollektive Schuld am Tode Jesu zu. Die “echte Gruppe der Ankläger” seien “zeitgenössische Tempelkreise” gewesen. Nach Johannes seien es einfach “die Juden”, was sich jedoch nicht auf das Volk Israels als solches beziehe, “denn die ganze Urgemeinde bestand aus Juden”.

Mit ausdrücklicher Ablehnung begegnet Benedikt XVI. dabei der Deutung Jesu als “Zelos”, als Revolutionär und Aufrührer in Zusammenhang mit der sogenannten “Tempelreinigung”. Diese Einstellung wurde insbesondere in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts vertreten. Jesu Eifer habe ihn nicht in die Gewalt, sondern “in die Passion, ans Kreuz” geführt. An diesem Eifer müsse sich der Christ orientieren. Für den Papst sind Jesu Tod und dessen Auferstehung der Dreh- und Angelpunkt sowie Fundament des christlichen Glaubens, für Gegner des Christentums das leere Grab und die Auferstehung Jesu seit jeher beliebte Angriffspunkte.

Schließlich versucht der Autor gegen Ende seines Buches das Wesen der Auferstehung Jesu und ihre geschichtliche Bedeutung zu erschließen. Nach seiner Ansicht ist die Auferstehung Jesu “ein Ereignis in der Geschichte, das doch den Raum der Geschichte sprengt und über sie hinausreicht. In Jesu Auferstehung ist eine neue Möglichkeit des Menschseins erreicht, die alle angeht, und eine neue Art von Zukunft für die Menschen eröffnet.” Jesu Tod gelte Juden und Heiden, der Menschheit im Ganzen. Ratzinger erinnert zuletzt an die Bitte um die Wiederkunft Jesu, die weiterhin erfolgen müsse, unter anderem “in Augenblicken persönlicher Bedrängnis”. Wörtlich schreibt er über das zweite Kommen Jesu: “Wir bitten ihn, dass er in seiner Kirche wirksam gegenwärtig werde. Warum sollten wir ihn nicht bitten, dass er uns auch heute wieder neue Zeugen seiner Gegenwart schenke, in denen er selber kommt? Und diese Bitte, die nicht unmittelbar auf das Weltende zielt, aber doch wahre Bitte um sein Kommen ist, trägt in sich die ganze Weite der Bitte, die er selbst uns gelehrt hat: Dein Reich komme! Komm Herr Jesus.”

Dr. Wolfgang Tulaszewski
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Der Text kann kostenlos genutzt werden. Veröffentlichung nur mit eindeutiger Quellenangabe “APD” gestattet!

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