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“Die Ausmaße der Katastrophe sind riesig”

12. März 2012 | Köln | APD | Kategorie: APD

Ein Jahr nach dem schweren Erdbeben und dem Tsunami in Japan sprach Toshio Saito, Bürgermeister der südlich von Sendai gelegenen Stadt Yamamoto, über die Katastrophe, und wie die unmittelbare Not dann gemeinsam mit der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA bewältigt wurde.

Wie das Bündnis der Hilfsorganisationen “Aktion Deutschland hilft” mitteilte, sei die Bevölkerung nach dem Erdbeben durch fest installierte Sirenen gewarnt worden. Außerdem wären Feuerwehrautos durch die Gegend gefahren und hätten die Menschen über Lautsprecher informiert. “Dadurch und durch Hinweise im Radio konnten sich sehr viele Menschen retten”, erinnerte sich der Bürgermeister. Doch niemand habe damit gerechnet, dass eine Stunde nach dem Erdbeben eine über zehn Meter hohe Welle hereinbrechen könnte. “Unser Schutzwall war mit fünf Metern Höhe viel zu niedrig. Das Wasser drang über drei Kilometer weit ins Landesinnere vor. Letztlich waren 40 Prozent der Fläche Yamamotos mit Wasser bedeckt. 2.500 Häuser wurden vollständig zerstört oder schwer beschädigt, rund 7.500 Menschen waren mit einem Schlag obdachlos. 618 Bewohner wurden tot aufgefunden oder sind noch vermisst.”

Die 7.500 Obdachlosen seien auf insgesamt 19 Evakuierungszentren verteilt worden. Bei der Versorgung dieser Frauen, Männer und Kinder habe ADRA unschätzbare Dienste geleistet, betonte Saito. “So hat die Organisation zwischen April und Juli 2011 rund 14.500 Mahlzeiten gekocht und ausgegeben. Zudem wurden Decken, Kissen und Plastikplanen verteilt.”

Die Obdachlosen seien dann entweder bei Verwandten oder in einem der 1.030 Wohncontainer, den sogenannten Übergangshäusern, die an acht Standorten errichtet wurden, untergekommen. “Sie werden dort für mindestens zwei Jahre leben”, schätzt der Bürgermeister. In einem solchen Container wohne auch er mit seiner Mutter. ADRA habe die Familien mit wichtigen Haushaltsgegenständen ausgestattet, darunter Geschirr, Töpfe, Schüsseln und Reiskocher. Auch die Verteilung von Hygieneartikeln wie Seife, Zahnpasta oder Windeln sei äußerst wichtig gewesen. “Die Menschen haben alles verloren, viele auch ihre Arbeit. Für einen Neustart sind sie auf die Unterstützung von ADRA angewiesen.”

Vor der Katastrophe hätten die Menschen überwiegend von der Landwirtschaft gelebt, so Toshio Saito. “Auf den überschwemmten Gebieten wurden Äpfel und Erdbeeren angebaut.” Wegen des Salzwassers sei das nicht mehr möglich. Die Erdbeerfelder würden wohl in andere Gebiete verlagert. Ebenso die Häuser der Bauern, denn im Katastrophengebiet werde niemand mehr bauen dürfen. Das sei zu gefährlich. Viele der Bauern würden helfen, die Trümmer zu beseitigen. Dafür erhielten sie Geld vom Staat und hätten so ein Auskommen. Die staatliche Hilfe werde noch lange notwendig sein, “denn die Ausmaße der Katastrophe sind riesig”, fügte der Bürgermeister hinzu.

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