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Adventistische Internetexperten treffen sich zum 8. Internetforum GAiN in Hong Kong

30. Mai 2012 | Karl-Heinz Walter | Kategorie: FiD

160 Internetexperten aus aller Welt kamen zum 8. internationalen GAiN Internetforum der der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten vom 23. – 27 Mai 2012 nach Hong Kong. GAiN (Global Adventist Internet Network) wurde 2003 als GIEN (Global Internet Evangelistic Network) unter Mitwirkung des Fördervereins staonline e.V. gegründet. Als ein weltweit adventistisches Internetnetzwerk fördert GAiN den Erfahrungsaustausch evangelistischer Internetprojekte der Freikirche und diskutiert aktuelle Trends und Entwicklungen der Internettechnik.

Seit 2010 ist es William Costa jun., Direktor der Abteilung Kommunikation der Weltkirchenleitung in Silver Spring, USA, ein besonderes Anliegen, das Forum in Regionen durchzuführen, die auf Grund mangelnder Rahmenbedingungen durch den Expertenaustausch in besonderer Weise profitieren. Mit der 7 Millionen Metropole Hong Kong wurde für diesjährige Forum ein Ort gewählt, der zwar auf eine fast hundertjährige europäische Tradition durch britische Kolonialisierung zurück blicken kann, aber seit 1999 nach Rückgabe durch die Briten politisch zu China gehört. Auch in China ist das Internet zu einem unverzichtbaren Medium erwachsen. Die Internetnutzung unterliegt in China unter gewissen staatlichen Restriktionen. So ist dort zum Beispiel der Videodienst „You Toube“ nicht verfügbar. Vor diesem Hintergrund waren die Begegnungen mit der zwölfköpfigen chinesischen Delegation und der Austausch über deren Erfahrungen mit evangelistischen Projekten für alle Teilnehmer eine besondere Erfahrung.

Jairyong Lee, Präsident der Nordasien-Pazifik Region, zu der auch China gehört, erzählte in seiner Präsentation zu Beginn der Konferenz von Abraham La Rue, einem 66 jährigen adventistischen Schäfer und Holzfäller aus Kalifornien, der die unerschütterliche Absicht hatte, in China das Evangelium zu verkündigen. Nach vielen Schwierigkeiten und trotz Abraten der damaligen Weltkirchenleitung wegen seines hohen Alters reiste er 1888 mit einem Schiff nach Hong Kong und begann seine Arbeit als christlicher Buchverkäufer und erster adventistischer Missionar Asiens für die folgenden 14 Jahre.

Heute versammeln sich in China etwa 400.000 Adventisten in 4.500 Kirchengemeinden in einem Land mit 1 Milliarde Einwohnern. Ein besonderer Höhepunkt für die Adventisten in China war der Besuch von Ted Wilson, dem Präsidenten der Weltkirchenleitung im April 2012. Wilson war offiziell von der chinesischen Regierung eingeladen worden und besuchte unter anderem einen Gottesdienst der mit 10.000 Mitgliedern größten adventistischen Kirchengemeinde der Welt in Shenyang. Außerdem traf sich Wilson mit dem Christian Council von China, der Dachorganisation der Protestantischen Kirchen in China. Jairyong Lee sprach in seinem Bericht auch über Länder in seiner Region, in der sich die Arbeit der Freikirche als besonders schwierig gestaltet. So gäbe es in Nordkorea offiziell keine adventistischen Kirchengemeinden „obwohl es dort viele Menschen gibt, die adventistisch glauben“, so Lee. Eindrücklich bat er die Forumsteilnehmer, für die Arbeit der Freikirche in diesem herausfordernden Gebiet zu beten.

Die weitern Konferenztage waren geprägt von anspruchsvollen Präsentationen und Workshops, die für jeden Teilnehmer ein breites Spektrum an Anregungen und Ideen bereithielten. Das Angebot reichte von technisch anspruchsvollen Workshops über Internetprogrammierung oder dem professionellen Einsatz von Fotografien für das Internet bis hin zur Nutzung von der relativ jungen Internetplattform „Pinterest“ als Alternative zu den bekannten Sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter. Zwischen den Präsentationen und Workshops wurden immer wieder Internetprojekte aus allen Regionen der weltweiten Freikirche vorgestellt. In einem Bericht der Südamerika Region in Brasilien wurde unter anderem bemerkt, dass in die Arbeit der Internetevangelisation mittlerweile mehr Geld investiert wird als in die Satellitenevangelisationen.

Ein besonderer Höhepunkt aus deutscher Sicht war die Präsentation über die evangelistische Veranstaltung „Glauben einfach“, die 2011 in Deutschland, Österreich und der Schweiz über einen Zeitraum von acht Wochen unter Einbeziehung des Internets stattgefand. Klaus Popa und Matthias Müller von der Stimme der Hoffnung gaben Einblicke über die Produktion der Veranstaltungsreihe und berichteten von ermutigenden Rückmeldungen etlicher Teilnehmer der Evangelisation. Im Anschluss an die Präsentation konnten die Forumsteilnehmer die aktuelle DVD-Produktion „Nie mehr ohne Dich“ in voller Länge im Original genießen. Kurzclips des Films wurden während der Veranstaltungsreihe von „Glauben einfach“ als Einstieg in die einzelnen Abendveranstaltungen genutzt.

Zum Abschluss des Forums wurde ein Thema angeschnitten, dass zu einer angeregten kontroversen Diskussion führte. Die weltweite Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist zwar strukturell gut organisiert und hat in den neunziger Jahren um ein klares Corporate Design erarbeitet und weltweit umgesetzt. Dennoch werden manche offizielle Internetpräsenzen der Regionen, Verbände und Vereinigungen als sehr divergierend wahrgenommen. Daher forderte Williams Costa die Tagungsteilnehmer auf, ernsthaft darüber nachzudenken, ob die unterschiedlichen Länder und Regionen sich eine gemeinsame Internetplattform vorstellen könnten, mit der man dem Anspruch nach einem homogenem öffentlichkeitswirksamen Internetauftritt der weltweit organisierten Freikirche gerecht werden kann. Entgegen der Besorgnisse, die durch einzelne Tagungsteilnehmer währende der Diskussion benannt wurden, sollen dadurch die lokalen Bedürfnisse und kulturellen Gegebenheiten nicht zum Opfer fallen. Vielmehr soll der Internetuser, der oft mit der Struktur unserer Freikirche nicht vertraut ist, davon profitieren und manche Irritationen könnten vermieden werden. Als erfolgreiches Referenzprojekt erwähnte Costa die Neugestaltung der Internetpräsenz der Freikirche in Deutschland in 2009, mit der sich Verbände und Vereinigungen für einen gemeinsamen Internetauftritt mit einheitlichem Design und gemeinsamen Inhalten unter Wahrung der lokalen Gegebenheiten entschieden haben. Auf dem nächsten GAiN Forum, das vom 15. – 19. Mai 2013 in Athen stattfindet, sollen entsprechende Vorschläge zur Umsetzung diskutiert und möglicherweise auch schon Entscheidungen getroffen werden. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus 12 Personen des Teilnehmerkreises, soll bis Athen die wesentlichen Fragen aufgreifen, bearbeiten und für das GAiN Forum in Athen eine entsprechende Entscheidungshilfe erarbeiten.

Für die GAiN Konferenz 2013 in Athen hat Ted Wilson, Präsident der Weltkirchenleitung, bereits seine Teilnahme zugesagt.

 


Karl-Heinz Walter, Webmaster und Abteilungsleiter Kommunikation
der Siebenten-Tags-Adventisten im Norddeutscher Verband
Fotos zum Forum gibt es in dieser Bildergalerie

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