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Adventisten kaufen historisches Gebäude in der Schweiz

25. August 2014 | Bern/Schweiz | APD | Kategorie: APD

Am 18. August hat Pastor Bruno Vertallier, Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in West- und Südeuropa (Intereuropäische Division, EUD), den Kaufvertrag für ein Gebäude in Tramelan (Tramlingen) im Berner Jura unterzeichnet, das den Adventisten in Europa den ersten offiziellen kirchlichen Raum (60 Quadratmeter) bot, in dem sie sich versammeln und Gottesdienste feiern konnten. Laut der EUD-Kommunikationsabteilung soll das Gebäude angemeldeten Besuchern offenstehen und als Gedenkstätte dienen.

Der kleine Holzbau im Heimatstil an der Grande Rue 171b ist vom Bernischen Amt für Kultur und Denkmalpflege im historischen Bauinventar erfasst und als bauliches, authentisches Zeugnis der Geschichte und Kultur von Tramelan unter Denkmalschutz gestellt worden. Da es als “erhaltenswertes Objekt“ (K-Objekt) eingestuft wurde, darf es nicht abgerissen werden.

Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten war 1863 in den USA gegründet worden. Dort lernte der aus Polen stammende, ehemalige römisch-katholische Priester Michael Belina Czechowsky den adventistischen Glauben kennen. Bereits 1864 predigte er ohne Beauftragung durch die in den USA ansässige Kirche die Botschaft vom baldigen Kommen Jesu in Europa. Entlang des Neuenburgersees taufte er einige Personen, die sich den Adventisten anschlossen.

Nachdem Czechowski Richtung Osten weitergereist war, wuchs die Mitgliederzahl der Adventisten und damit das Bedürfnis, einen separaten gottesdienstlichen Versammlungsraum nutzen zu können. Die adventistische Familie Roth finanzierte in Tramelan den Bau eines bescheidenen Holzgebäudes, das damals laut “Le Journal du Jura“ 3.300 Franken (2.700 Euro) gekostet hatte. Der Versammlungsraum wurde am 25. Dezember 1886 in Anwesenheit von Ellen White, Mitgründerin der adventistischen Kirche, eingeweiht. In ihrer Predigt wünschte sie, dass “der Herr euer Werk segnen möge und dieses Haus sich als zu klein erweisen wird“. Gustav Roth schrieb über die Anfänge der adventistischen Kirche in Europa: “Tramelan war die Wiege der adventistischen Reformbotschaft in Europa. Unsere kleine Kirche wurde zur Ausbildungsstätte für Mitarbeiter, die später in der ganzen Welt dienten.“

Als Familie Roth von Tramelan wegzog, verkaufte sie das Gebäude. Die Adventisten konnten den Versammlungsraum aber weiterhin mieten und nutzten ihn, bis sie 1968 in ein größeres Gebäude in der Nähe von Tramelan umzogen.

Kein Wallfahrtsort
“Es mag Leute geben, die fragen: Warum sollen wir Geld für den Kauf eines unscheinbaren Gebäudes ausgeben, das die Kirche sei Jahrzehnten nicht genutzt hat? Wir brauchen doch keinen Wallfahrtsort“, sagte Jacques Frei, adventistischer Pastor im Ruhestand, als er vom Erwerb der Liegenschaft hörte. Es gehe mit dem Kauf aber nicht darum, Objekte zu verehren, sagte der passionierte Czechowski-Kenner. Vielmehr könnten Inspiration und Ermutigung vermittelt werden, die mit bescheidenen Anfängen und einem Ort zusammenhingen, der Geschichte gemacht habe, nämlich dem ersten adventistischen Versammlungsraum in Europa.

Weitere Informationen zum Gebäude in Tramelan (Französisch):
www.archivesadventistes.org/.services/blog/6a00e008c7fc5c883400e008c7fc5e8834/search

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Der Text kann kostenlos genutzt werden. Veröffentlichung nur mit eindeutiger Quellenangabe “APD“ gestattet!

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