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Psychosoziale Betreuung für Flüchtlinge im Nordirak

27. Dezember 2014 | Wien/Österreich | APD | Kategorie: APD

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA hat ein neues Projekt in Erbil für in den Nordirak geflohenen Flüchtlinge begonnen. Die meisten lebten in den von Kurden kontrollierten Bezirken Dohuk, Erbil und Suleimaniya, so Corinna Wagner von ADRA Österreich. Flüchtlinge in der Region Erbil wohnten in gemieteten Räumen, bei Gastfamilien oder in Sammelunterkünften, wie Schulen, Kirchenhöfen, Parks oder nicht fertiggestellten Rohbauten.

Im bevorstehenden Winter würden in einigen Regionen ein bis drei Meter Schnee erwartet. Die meisten Familien hätten keine Einkommensmöglichkeit und seien von Hilfe abhängig. Sie würden größtenteils von der Bevölkerung, die sie aufgenommen habe, oder von Hilfsorganisationen versorgt. Aber es gebe viele Lücken, die bisher nicht so leicht gedeckt werden könnten. Eine dieser Lücken sei die psychosoziale Betreuung der Flüchtlinge, teilte Corinna Wagner mit. Viele hätten traumatisches erlebt, während sie aus ihrer Heimat fliehen mussten. Die überfüllten Unterkünfte sowie die Abhängigkeit, keine Möglichkeit, selbst ein Einkommen zu verdienen, fügten weiteren Stress hinzu. Sie würden die lokale Sprache nicht verstehen und ihre Kinder verpassten den Schulunterricht. Das belaste die Familien.

ADRA möchte laut Wagner die Flüchtlinge in ihre Gastregion integrieren, ihnen Zugang zu Einkommen und eine Schulausbildung für die Kinder ermöglichen. Im ADRA-Zentrum in Erbil werde soziale und psychologische Betreuung angeboten. Auch gebe es Kurse zum Erlernen der kurdischen Sprache und Förderunterricht für Kinder, damit sie den Sprung in die Schule schafften. Ausgewählte Flüchtlingsfamilien erhielten einen Kleinkredit, um ein Familienunternehmen zu gründen, andere würden als Projektmitarbeiter angestellt, um die vielen Kinder tagsüber zu betreuen. Auch die gastgebende Bevölkerung werde in die Projektaktivitäten mit einbezogen, um Neid gegenüber den Flüchtlingen vorzubeugen und die Integration zu erleichtern, betonte Corinna Wagner.

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