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Bundeswehr soll auf Rekrutierung Minderjähriger verzichten

13. Februar 2015 | Bonn | APD | Kategorie: APD

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) hat die Bundeswehr aufgefordert, auf die Rekrutierung Minderjähriger zu verzichten. Es müsse Schluss damit sein, dass Jugendliche in Deutschland an der Waffe ausgebildet würden, unterstrich Dr. Christoph Münchow, der EAK-Bundesvorsitzende. Anlass für die Forderung der evangelischen Friedensorganisation ist der „Internationale Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten“, der „Red Hand Day“, an dem an das Schicksal von Kindern, die zum Kampf in Kriegen oder bewaffneten Konflikten angeworben oder gezwungen werden, erinnert wird. „Wenn wir von Kindersoldaten in anderen Ländern sprechen, dürfen wir nicht vergessen, dass sich selbst Deutschland noch immer nicht an die UN-Kinderrechtskonvention hält“, kritisierte Münchow.

Im vergangenen Jahr habe das Bundesverteidigungsministerium auf eine Anfrage der Linken-Fraktion im Deutschen Bundestag mitgeteilt, dass 2013 1.032 17-Jährige für den Dienst in der Bundeswehr rekrutiert worden seien, 2012 wären es 1.216, 2011 insgesamt 833 Jugendliche gewesen. Auch würden bereits 16-jährige Mädchen und Jungen von der Bundeswehr angeschrieben, ebenso auch Bewerbungen von 16- und 17-Jährigen entgegengenommen. Das zeige, dass es sich hier nicht um Einzelfälle handele, sondern dass vor dem Gesetz Minderjährige offenbar gezielt von der Bundeswehr für den Militärdienst angesprochen würden, meinte der EAK-Bundesvorsitzende.

Nach Ansicht der EAK sei der freiwillige Wehrdienst mittlerweile ein wichtiges Rekrutierungsinstrument der Bundeswehr für Zeit- und Berufssoldaten. Das zeige sich auch an der wachsenden Präsenz der Bundeswehr auf Arbeitsmessen oder in Schulen sowie im Internet. Zudem würden offenbar viele junge Menschen sich für einen solchen Dienst entscheiden, weil sie keinen Ausbildungsplatz bekämen oder auf einen Studienplatz warten müssten. „Unseres Erachtens ist der freiwillige Wehrdienst aber keine Möglichkeit zur Zeitüberbrückung. Wir sind vielmehr der Überzeugung, dass der Schritt in den Dienst bei der Bundeswehr nur sehr bewusst getan werden sollte und dabei auch die tatsächlichen Einsatzaufgaben im Blick sein müssten“, betonte Maria Schiffels, die EAK-Geschäftsführerin. Genauso wichtig sei aber auch der Hinweis auf die vielfältigen Inlands- und internationalen Jugendfreiwilligendienste, bei denen Jugendliche sich für einen zivilen Freiwilligendienst oder einen freiwilligen Friedensdienst entscheiden könnten.

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