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Bischof ruft zur Teilnahme an Konsultation zur EU-Arbeitszeitrichtlinie auf

03. März 2015 | Wien/Österreich | APD | Kategorie: APD

Für eine Verankerung des arbeitsfreien Sonntags in der derzeit in Konsultation befindlichen EU-Arbeitszeitrichtlinie macht sich der Bischof von Linz/Österreich, Ludwig Schwarz, der auch Sprecher der österreichischen „Allianz für den freien Sonntag” ist, stark. Der gemeinsame Ruhetag am Sonntag sei „wesentlicher Ausdruck des europäischen Sozialstaatsmodells” und wäre zudem „ganz wesentlich” für gerechte Arbeitszeiten und für menschenwürdiges Wirtschaften, so der österreichische „Sozialbischof”, berichtet Kathpress.

Die Sonntagsallianz lädt alle EU-Bürger zur Teilnahme am noch bis 15. März laufenden Konsultationsprozess ein. Jedem ist das durch die Online-Eingabe von Vorschlägen in der jeweiligen Muttersprache möglich. „Wir alle sind aufgerufen, uns im Zuge der Revision der Arbeitszeitrichtlinie für den Sonntag als gemeinsamen wöchentlichen Ruhetag in der EU einzusetzen“, heißt es in dem Aufruf der über 50 teilnehmenden Organisationen der österreichischen Sonntagsallianz. Bischof Schwarz bezeichnete die Beteiligung an der Konsultation als „Zeichen der Solidarität” sowie als „Chance”, besorgniserregenden Tendenzen auf EU-Ebene entgegenzuwirken.

Konkret könne laut Schwarz in den letzten Jahren in verschiedenen Ländern Europas „mit Sorge“ eine „Entwicklung in Richtung totaler Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten und ständige Verfügbarkeit von Arbeitnehmern” beobachtet werden. Ein Einschreiten der Politik sei angebracht, würden doch soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit „Hand in Hand” gehen, so der Vertreter der österreichischen Bischofskonferenz in der Sonntagsallianz.

Balance zwischen beruflichem und privatem Leben stärken
Die „Allianz für den freien Sonntag Österreich” forderte laut Kathpress im Zuge der Konsultation in ihrer Eingabe an die EU-Kommission, dass Würde, Arbeitssicherheit und Gesundheit der Menschen in Europa durch die EU-Gesetzgebung noch besser als bisher geschützt werden sollten. Gesorgt werden müsse für eine ausgewogenere Balance zwischen beruflichem und privatem Leben, erklärten Gabriele Kienesberger und Maria Langmaier von der Allianz-Koordinationsstelle. Sie verwiesen auf Studien, denen zufolge atypische Arbeitszeiten soziale Rhythmen störten, was sich wiederum negativ auf die Gesundheit und Arbeitssicherheit von Beschäftigten auswirke.

Für eine erneuerte Arbeitszeitrichtlinie mit der Verankerung des freien Sonntags empfahl Kienesberger die schon existierende Richtlinie 94/33/EC als Vorbild zu nehmen. Hier würde schon jetzt der freie Sonntag als Ruhetag für junge Menschen anerkannt.

Adventisten beteiligen sich an der EU-Konsultation zur Arbeitszeitrichtlinie
Durch Konsultationen mit seinen adventistischen Kollegen aus EU-Ländern wisse er, dass einige von ihnen sich an der Konsultation zur EU-Arbeitszeitrichtlinie beteiligen werden, sagte Herbert Bodenmann, zuständig für Außenbeziehungen und Religionsfreiheit der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz. Die evangelische Freikirche feiere auf Grundlage der Bibel den Sabbat (Samstag) als wöchentlichen Ruhetag. „Für adventistische Arbeitnehmer ist es wichtig, dass ihnen ohne Benachteiligung die Möglichkeit gewährt wird, an ihrem Ruhetag nicht zu arbeiten und dass die Arbeitgeber zeitliche Kompensationsmöglichkeiten für am Samstag nicht geleistete Arbeitsstunden vorsehen“, sagte Bodenmann. Falls die jetzige EU-Arbeitszeitrichtlinie geändert werde, was aus adventistischer Sicht nicht wünschenswert sei, wäre es notwendig, dass darin gleichzeitig auch die Rechte religiöser Minderheiten hinsichtlich ihres Feiertages garantiert würden.

Weblink zur öffentlichen Konsultation zur Überarbeitung der EU-Arbeitszeitrichtlinie [Richtlinie 2003/88/EG]:
ec.europa.eu/social/main.jsp

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