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ACK ruft zum Gedenken an Völkermord an Armeniern auf

05. März 2015 | Frankfurt am Main | APD | Kategorie: APD

Im April jährt sich zum 100. Mal der Völkermord an den Armeniern. Aus diesem Anlass ruft die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) zu einem gemeinsamen Gedenken am 24. April um 17 Uhr auf. Dazu hat die ACK eine Arbeitshilfe mit Texten und Gebeten herausgegeben, die im Shop der ACK erhältlich ist.

Zwischen 1915 und 1922 seien durch das Osmanische Reich rund 1,5 Millionen Armenier ermordet und viele Tausende aus ihrer Heimat in der heutigen Türkei vertrieben worden. Selbst nach nahezu einem Jahrhundert habe dieses schreckliche Geschehen nicht nur erhebliche Auswirkungen auf das armenische Volk, sondern auch auf die internationale Gemeinschaft, heißt es in der Arbeitshilfe der ACK. Selbst wenn es kaum noch Überlebende gebe, bleibe die Frage der Anerkennung von Leid und Unrecht weiterhin aktuell.

Die unter dem osmanischen Sultan Abdul Hamid II. seit 1894 zunehmenden Massaker an Armeniern im Osmanischen Reich hätten während des Ersten Weltkriegs mit der Deportation in die syrische Wüste ihren Höhepunkt erreicht, ergänzte der armenisch-deutsche Theologe Hacik Rafi Gazer, Professor für “Geschichte und Theologie des Christlichen Ostens” an der Universität Erlangen-Nürnberg. Auf Anordnung der jungtürkischen Regierung seien bereits am 24. April 1915 die in der damaligen osmanischen Hauptstadt Istanbul lebenden armenischen Intellektuellen festgenommen und im Landesinneren ermordet worden. Zusammen mit der armenischen Bevölkerung wären auch die armenischen Kirchen und ihre Kultur in den Jahren 1894 bis 1923 von der Vernichtung betroffen gewesen. So seien über 2.000 Kirchen, Klöster, Friedhöfe sowie Schulen und Wohlfahrtseinrichtungen der Armenisch-apostolischen Kirche, der Armenisch-katholischen Kirche sowie der Armenisch-evangelischen Kirche enteignet, beraubt und zerstört worden. Bis heute sei der Genozid an den Armenier von der Türkei nicht anerkannt, beklagte Gazer. Weitere Informationen unter www.armenierberlin.de

„Gemeinsam stehen wir zu der Verantwortung, das Gedenken an den Völkermord am armenischen Volk wachzuhalten und für dessen Anerkennung auch öffentlich einzutreten“, schreibt Bischof Karl-Heinz Wiesemann, Vorsitzender der ACK in Deutschland, in seinem Geleitwort. Das Gedenkjahr sei eine wichtige Gelegenheit, an diese Verpflichtung zu erinnern und diese auch in den kommenden Jahren zu pflegen.

Die Armenisch-apostolische Kirche in Deutschland ist eine Mitgliedskirche der ACK. Die ACK ermutige daher ihre Mitglieds- und Gastkirchen, in Solidarität mit der Armenisch-apostolischen Kirche am 24. April um 17 Uhr Gottesdienste oder Gedenkstunden in Zusammenarbeit mit den betreffenden Kirchen zu gestalten und zu dem Gedenken einzuladen.

Die Arbeitshilfe mit Texten und Gebeten ist im Shop der ACK unter www.oekumene-ack.de/aktuell/ erhältlich.

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