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„Brot für die Welt“ legt Jahresbericht 2014 vor

12. August 2015 | Berlin | APD | Kategorie: APD

Dem evangelischen Hilfswerk „Brot für die Welt“ standen im Jahr 2014 rund 255 Millionen Euro für die Bekämpfung von Armut, Hunger und Ungerechtigkeit zur Verfügung. Damit wurden weltweit 636 neue Projekte mit den Förderschwerpunkten Ernährungssicherung, Bildung und Gesundheit, Zugang zu Wasser, Stärkung der Demokratie, Achtung der Menschenrechte, Sicherung des Friedens sowie Bewahrung der Schöpfung bewilligt.

Neben Spenden und Kollekten (55,7 Mio.) erhielt „Brot für die Welt“ 2014 Mittel des Kirchlichen Entwicklungsdienstes (51,4 Mio.) und Beiträge Dritter (123,5 Mio.), vor allem aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Insgesamt standen dem Hilfswerk der evangelischen Kirchen und Freikirchen 254,8 Millionen Euro zur Verfügung, 14 Millionen mehr als 2013. Davon flossen 94,5 Prozent in die Projektarbeit.

Die Ausgaben für Werbung, allgemeine Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltung lagen bei 5,5 Prozent. Das sei sehr effektiv und „oberste Liga“, so Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von „Brot für die Welt“, bei der Präsentation der Jahresbilanz am 12. August in Berlin. Damit läge „Brot für die Welt“ in der besten Kategorie („niedrig“) des Deutschen Zentralinstitutes für soziale Fragen (DZI), welches das DZI-Spendensiegel vergibt.

Das Thema Flüchtlinge prägt derzeit auch die Arbeit von „Brot für die Welt“. Füllkrug-Weitzel: „Die langfristige Arbeit an Konflikt- und Fluchtursachen bewegt uns und unsere Partner im Moment sehr.“ Als Ursachen dafür, warum Menschen gezwungen werden, Ihre Heimat zu verlassen, nannte die Präsidentin des Hilfswerks zum einen die aggressive und unfaire Durchsetzung von Wirtschaftsinteressen, die Menschen ihrer Lebensgrundlagen beraube. Es bräuchte endlich auch klare Regeln: „Weltweites Wirtschaften darf nicht weiter auf Kosten von Menschen und Umwelt gehen“.

Zum anderen seien Kriege und Gewalt in Krisenregionen eine weitere Fluchtursache. Füllkrug-Weitzel warnte in ihrem Statement davor, Entwicklungshilfe gegen sichere Fluchtwege und die Aufnahme von Flüchtlingen in Europa auszuspielen: „Verantwortlich für Armut und Gewalt und damit letztlich auch für Flucht sind soziale und internationale Ungleichheit und Ungerechtigkeit, politische Instabilität und Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen. Hier ist eine langfristige Transformation der Politik im Norden und im Süden nötig.“

In ihrem Appell sprach sich Füllkrug-Weitzel auch gegen die Rüstungsexportpolitik der Bundesregierung aus: „Wer Fluchtursachen bekämpfen will, muss unterlassen, was Menschenrechtsverletzungen und Gewalt befördert, zum Beispiel eine falsche Rüstungsexportpolitik.“ Es müsse mehr Gewicht auf die Konfliktbearbeitung durch gewaltfreie Mittel gelegt werden.

„Brot für die Welt“ wurde 1959 gegründet. Das evangelische Hilfswerk unterstützt Menschen unabhängig von ihrer Volks- oder Religionszugehörigkeit. Schwerpunkte sind die Überwindung von Hunger, die Bewahrung der Schöpfung und die Förderung von Demokratie, Frieden und Menschenrechten.

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