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Anleitung „Gemeinsam für Flüchtlinge“

16. Oktober 2015 | Ostfildern (bei Stuttgart) | APD | Kategorie: APD

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland hat die Anleitung „Gemeinsam für Flüchtlinge“ für ehrenamtliche Projektarbeit mit politisch Verfolgten und Kriegsflüchtlingen herausgegeben. „Gemeinsam für Flüchtlinge“ ist eine Initiative der Freikirche sowie deren Institutionen Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland, Advent-Wohlfahrtswerk (AWW) und adventistische Theologische Hochschule Friedensau bei Magdeburg.

In dem 24-seitigen Heft wird eingangs auf die „Erklärung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland zur aktuellen Flüchtlingssituation“ vom 22. September 2015 hingewiesen. Sie betont die christliche Verantwortung, für alle Menschen da zu sein, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Alter, Religion oder Weltanschauung. Motivation für die Zuwendung von Christen zu jedem Menschen, der Hilfe braucht, sei die im Evangelium ausgedrückte Solidarität Gottes. Adventisten wendeten sich ausdrücklich gegen jede Form von Fremdenfeindlichkeit.

An Bedürfnissen orientiert
In der Einführung geht es um die Begriffe „politisch Verfolgte“ und „Kriegsflüchtlinge“ sowie um die Integration der Schutzsuchenden. Außerdem wird erläutert, was das Ehrenamt leisten kann und wo professionelle Intervention notwendig ist. Betont wird: „Hilfsbereitschaft sollte sich immer an Bedürfnissen orientieren und darf keinesfalls nur unseren eigenen Überschuss an Vorräten und Ressourcen anbieten.“

Für die Koordination der Flüchtlingshilfe auf Bundesebene habe die Freikirche eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Freikirche, von ADRA, des AWW und der Theologischen Hochschule Friedensau eingerichtet. Auf Bundeländerebene gebe es insgesamt sieben „Beauftragte für politisch Verfolgte und Kriegsflüchtlinge“ als Koordinatoren und Ansprechpartner für die ehrenamtlichen Gruppen und Helferkreise. Auf kommunaler Ebene würden adventistische Kirchengemeinden und Helferkreise innerhalb von Städten und Landkreisen in der Regel ehrenamtlich in verschiedenen Initiativen und Projekten für Flüchtlinge mitarbeiten – wo es sinnvoll erscheine, in Kooperation mit anderen Organisationen und Partnern in den Netzwerken der Flüchtlingshilfe. Soweit wie möglich sollten die Kriegsflüchtlinge angeleitet werden, sich selbst zu helfen. Die Versorgungsstruktur dürfe keinesfalls nur „von oben nach unten“ verlaufen.

Möglichkeiten ehrenamtlicher Hilfe
Was das Ehrenamt leisten kann, wird an praktischen Beispielen erläutert. Möglich wären unter anderem Sammlung und Verteilung von Sachspenden, Nachbarschaftshilfe bei Behördengängen, Sprachkurse, Nachhilfeunterricht, interkulturelle Events, sportliche Aktivitäten, Freizeitangebote und freiwillige Mitarbeit der Flüchtlinge in gemeinnützigen und öffentlichen Einrichtungen als sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeit während über den Asylantrag entschieden wird. Die örtlichen Kirchengemeinden könnten Räumlichkeiten für Sprachkurse, Begegnungstreffen oder Kinderkrabbelgruppen zur Verfügung stellen. Wichtig sei zu bedenken: „Hilfe für Flüchtlinge ist nicht zuerst eine Sache der Gefühle, sondern des festen Willens, Menschen zu helfen und sie zu begleiten, damit sie in unserem Land an- und vorankommen.“

„Gemeinsam für Flüchtlinge“ gehe grundsätzlich von einem Engagement in Projekten aus. Ein Projekt orientiere sich immer an den Bedürfnissen – und zwar nicht an den eigenen, sondern an denen der Flüchtlinge. Das bedeute: genau hinschauen, hinhören, sich einfühlen, Informationen einholen und Kontakte mit den bestehenden Netzwerken und Initiativen in der Stadt aufnehmen. Dabei sei es notwendig, die eigenen Möglichkeiten realistisch zu bewerten.

Unterstützung
Die Initiative „Gemeinsam für Flüchtlinge“ könne auch die ehrenamtliche Arbeit von adventistischen Helferkreisen finanziell fördern. Dabei müsse es sich um klar definierte und zeitlich befristete Projekte handeln, die für Flüchtlinge beziehungsweise mit ihnen gemeinsam ins Leben gerufen werden. Ehrenamtliche Gruppen und Helferkreise könnten auf Anfrage bei ihrem Projekt auch inhaltlich unterstützt werden. Die Theologische Hochschule Friedensau biete sowohl Workshops zu speziellen Fragen des Umgangs mit und des Dienstes an politisch Verfolgten und Kriegsflüchtlingen als auch eine Beratung für Planung, Management und Finanzierung von Projekten und Programmen an.

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