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Ägypten: Zerstörte adventistische Kirche in Asyut wieder eingeweiht

04. April 2016 | Silver Spring, Maryland/USA | APD | Kategorie: APD

Die 2013 durch einen Brandanschlag zerstörte Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der mittelägyptischen Stadt Asyut ist am 19. März 2016 im Beisein von Regierungsvertretern und Gästen aus anderen Religionsgemeinschaften wieder eingeweiht worden. Die ägyptische Regierung will christliche Kirchen in ihrem Land künftig besser schützen.

In Grußworten beglückwünschten Behördenvertreter die Adventisten zum Wiederaufbau ihrer Kirche. Laut der nordamerikanischen Kirchenzeitung „Adventist Review“ unterstrich ein Vertreter der al-Azhar-Universität in Kairo die Wichtigkeit eines guten Miteinanders von Christen und Muslimen in Ägypten. Pastor Kleyton Feitosa, Präsident der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Ägypten, sagte, dass das neue Kirchengebäude eine große Bedeutung für alle Adventisten in Lande habe. Sie wären 2013 sehr schockiert gewesen, als ein Mob das Gotteshaus in Brand steckte und auch vorgehabt hätte, das Pastorenehepaar zu töten.

Adventistisches Pastorenehepaar von muslimischen Nachbarn gerettet
In der Nacht vom 14. auf den 15. August 2013 wurde während der Unruhen in Ägypten auch auf die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der 395.000 Einwohner-Stadt Asyut, 375 Kilometer südlich von Kairo, ein Brandanschlag verübt. Nachdem ein Mob das Kirchengebäude anzündete, sodass es total ausbrannte, verwüsteten es die Angreifer zusätzlich. Der adventistische Pastor versteckte sich mit seiner Frau in ihrer über dem Kirchenraum liegenden Wohnung, ohne zunächst von den Angreifern entdeckt zu werden. Als das Gebäude brannte, riefen sie durch ein Fenster um Hilfe. Sie wurde von den Nachbarn, einem muslimischen Ehepaar und Mitglieder der Muslimbruderschaft, über einen Balkon gerettet. Die Geretteten konnten die Nacht bei den muslimischen Nachbarn verbringen. Der Mob bedrohte zwar das muslimische Ehepaar, trotzdem gewährten sie dem adventistischen Geistlichen und seiner Frau Zuflucht.

Der inzwischen pensionierte Pastor Salib Nasrallah sagte bei der Einweihungsfeier, dass er und seine Frau Gott und ihren Nachbarn sehr dankbar für die Rettung wären, dennoch würden die damaligen Ereignisse sie immer noch belasten. Laut „Adventist Review“ sei keiner der Angreifer bestraft oder gar eingesperrt worden. Der ägyptische Staat habe den größten Teil der Wiederaufbaukosten getragen. Die Inneneinrichtung sei von „Adventist Risk Management“, der Versicherungsgesellschaft der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten, finanziert worden.

Die rund 750 adventistischen Kirchenmitglieder in Ägypten versammeln sich in 16 Kirchgemeinden. Sie unterhalten die Nile Union Academy (Mittelschule), samt Internat mit 130 Schülerinnen und Schülern sowie die Zeitoun Adventist School, eine Grundschule mit 800 Schülern. Außerdem gibt es in Kairo eine Weiterbildungsstätte für Sudanesen.

Muslimische Menschenkette zum Schutz einer adventistischen Kirche
Bei den Unruhen in Ägypten vom 14. August 2013 wurden auch etwa 40 koptische Kirchen zerstört und geplündert. Die Anhänger des gestürzten Präsidenten Mursi steckten zudem Läden und Wohnhäuser koptischer Christen in Brand. Die ägyptische Bibelgesellschaft beklagte damals die Verwüstung ihrer Buchläden in Asyut und al-Minya. Bei den Demonstrationen vom 18. August 2013 hatten dagegen Muslime durch eine Menschenkette die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Heliopolis, einem Stadtteil von Kairo, vor einem Protestzug von 300 Personen geschützt.

Leitfaden zum Schutz der Kirchen im Islam
Wie der vatikanische Missionspressedienst „Fides“ mitteilte, plane in Ägypten der Oberste Rat für Islamische Angelegenheiten, der mit dem ägyptischen Ministerium für Religiöse Angelegenheit verbunden ist, einen Leitfaden zum „Schutz der Kirchen im Islam“ herauszugeben. Dieser werde im April 2016 erscheinen. Darin soll anhand des Korans der gegenseitige Respekt zwischen den verschiedenen Religionen hervorgehoben werden. Auch die ägyptische Regierung wolle eine Handreichung zur Bekämpfung von religiösem Extremismus veröffentlichen.

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