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Bausoldaten als Ermutigung zu couragiertem Handeln

Bausoldaten als Ermutigung zu couragiertem Handeln

Titelblatt Begleitmaterialheft „Schwerter zu Spaten“

© Cover: Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland

26. September 2018 | Bonn | APD | Kategorie: APD

Beim Deutschen Evangelischen Kirchentag 2015 in Stuttgart wurde im Zentrum Frieden der Dokumentarfilm „Schwerter zu Spaten“ von Johannes Meier vorgestellt, der den Bausoldaten in der ehemaligen DDR ein filmisches Denkmal setzte. Nun hat die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland das Begleitmaterialheft „Schwerter zu Spaten“ zu diesem Film herausgegeben, um Schulen, Kirchengemeinden, aber auch die Bundeswehr einzuladen, das Thema Gewissensentscheidung damals und heute zu diskutieren sowie friedensethische Fragen in den Mittelpunkt zu stellen.

Der Spaten signalisierte „keine Gewalt“
Die DDR-Führung hatte 1964 als einziges Warschauer-Pakt-Land die Möglichkeit eines Militärdienstes ohne Waffen eingeräumt. Etwa 15.000 Männer leisteten diesen Dienst als Bausoldaten in der Nationalen Volksarmee. „Der Titel des Materialheftes erinnert an die Vision des biblischen Propheten Micha, wonach kein Volk wider das andere das Schwert erheben wird“, betonten Anne Freudenberg vom Referat Theologie und Nachhaltigkeit im Zentrum für Mission und Ökumene sowie Julika Koch vom Referat Friedensbildung der Nordkirche. Die Geschichte der Bausoldaten in der ehemaligen DDR stünde ganz in dieser Tradition. Der Spaten auf ihren Schulterstücken habe „keine Gewalt“ signalisiert und viele Bausoldaten hätten zur oppositionellen Bürgerbewegung gehört, ohne die die friedliche Revolution von 1989 nicht denkbar gewesen wäre.

Materialheft für Schulen, Kirchengemeinden und Bundeswehr
In dem Materialheft finden sich didaktische Entwürfe für die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern in der Sekundarstufe I und II sowie für Veranstaltungen in Kirchengemeinden. In einem weiteren Kapitel gibt es Arbeitsblätter mit historischen Fakten zur Geschichte der Bausoldaten sowie Kurzbiografien der sechs Hauptpersonen aus dem Dokumentarfilm von Johannes Meier. Darüber hinaus finden sich Interviews, die weitere Perspektiven von Bausoldaten und Fragen der Kriegsdienstverweigerung in der ehemaligen DDR näher beleuchten. „Die Materialien ermöglichen in Schulen, Kirchengemeinden, aber auch im Rahmen des Unterrichts bei der Bundeswehr eine breite Auseinandersetzung zu Gewissensentscheidung und Friedensethik und tragen damit auch zu einem intensiveren Dialog zwischen Ost- und Westdeutschland bei“, betonte Dr. Klaus Schäfer, Direktor des Zentrums für Mission und Ökumene der Nordkirche.

„Nach mehr als 25 Jahren wird die Geschichte der Bausoldaten in der DDR wieder aufgegriffen. Sie ist ein markanter Teil der Geschichte des persönlichen Engagements für Frieden während der Teilung“, sagte Dr. Christoph Münchow, Bundesvorsitzender der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK), der selbst Bausoldat in der früheren Nationalen Volksarmee war. Die Lebensgeschichten der Bausoldaten würden deutlich machen, wie die damalige Entscheidung für den Dienst als Bausoldat lebenslang geprägt und sich in einem bewussten Engagement für mehr Frieden fortgesetzt habe. „Der Kalte Krieg wurde in den weltpolitischen Veränderungen nach 1990 von verdeckten und offenen Kriegen abgelöst. Die Alternative ist die vorrangige Option für Gewaltfreiheit und das Engagement für einen gerechten Frieden“, gab Münchow zu bedenken.

Kostenfrei erhältlich
Das Begleitmaterialheft sowie der Dokumentarfilm „Schwerter zu Spaten – Bausoldaten in der DDR“ können beim Zentrum für Mission und Ökumene, Agathe-Lasch-Weg 16, 22605 Hamburg, Telefon 040 881 81 243, eMail: a.freudenberg@nordkirche-weltweit.de, kostenfrei angefordert werden.

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