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USA: Adventist Brandon Bernard hingerichtet

USA: Adventist Brandon Bernard hingerichtet

Brandon Bernard (40), wurde 10. Dezember im US-Gefängnis in Terre Haute, Indiana, hingerichtet

© Foto: https://www.facebook.com/helpsavebrandon

16. Dezember 2020 | Milton Freewater, Ortegon/USA | APD | Kategorie: APD

Brandon Bernard (40), adventistischer Insasse im Todestrakt des US-Gefängnisses in Terre Haute, Indiana, wurde am Abend des 10. Dezember hingerichtet, wie der unabhängige journalistische Dienst „Adventist Today (AT)“ berichtete. Der Oberste Gerichtshof der USA lehnte diverse Gnadengesuche in letzter Minute ab.

Bernard wurde als 18-jähriger Teenager im Zusammenhang mit einem brutalen Doppelmord und Raubüberfall, die 1999 in Texas/USA begangen wurden, verurteilt. Christopher Vialva, Komplize bei der Tat, hatte dem überfallenen Ehepaar in den Kopf geschossen und wurde bereits in diesem Jahr durch eine tödliche Injektion hingerichtet. Brandon Bernards Hinrichtung war die erste von fünf bundesstaatlichen Hinrichtungen, die in den nächsten Wochen stattfinden sollen.

Adventistische Kirchenleitung in Nordamerika rief Mitglieder zum Gebet auf

Am 8. Dezember veröffentlichte die adventistische Kirchenleitung für Nordamerika (Nordamerikanische Division/NAD), zwei Tage vor Bernards Hinrichtung, einen Aufruf, in dem die Kirchenmitglieder gebeten wurden, für Bernard und diejenigen, die über sein Schicksal entscheiden, für die Familien der Opfer sowie seine Familie zu beten: „Bernard wurde für ein brutales Verbrechen verurteilt, das er 1999 begangen hat, aber jetzt bitten Leute, die in seine Verurteilung involviert waren, einschließlich einer der Staatsanwälte, - die dafür gekämpft hatten, Bernards Verurteilung und Strafe im Berufungsverfahren aufrechtzuerhalten -, um Gnade, damit sein Urteil von der Todesstrafe in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt wird“, so die Erklärung der NAD.

Einleitend schrieb die nordamerikanische Kirchenleitung: „Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist eine vielschichtige Familie, die aus vielen verschiedenen Menschen besteht - die alle“ nicht dem entsprechen würden, was Gott gewollt habe, aber die Möglichkeit hätten, „Gnade durch seine erlösende Liebe zu empfangen. Wie die meisten Familien stehen wir manchmal vor unruhigen Zeiten. Eines unserer Mitglieder steht jetzt vor einer solch großen Herausforderung. Brandon Bernard ist ein Gefangener im Todestrakt, dem am Donnerstag, den 10. Dezember um 12:01 Uhr ET die Hinrichtung bevorsteht.“

Die Rolle von Präsident Trump
Laut den Ausführungen von Pastor Dwight Nelson, Seniorpastor der Pioneer Memorial Church an der Andrews University, Berrien Springs, Michigan/USA, wäre Präsident Trump bereit gewesen, das Todesurteil von Brandon Bernard in lebenslange Haft umzuwandeln, wenn eine der beiden Opferfamilien ihn gebeten hätte, Bernard am Leben zu lassen.

Weitere Infos bezüglich Todesstrafe und Brandon Bernard (auf Englisch)
2017 wurde die BRI-Ethikkommission (Biblical Research Institute Ethics Committee BRIEC) der adventistischen Weltkirchenleitung um eine Stellungnahme zur Frage gebeten, ob die Todesstrafe in adventistischen Kirchen befürwortet werden sollte. In der Zusammenfassung hält die BRI-Ethikkommission fest: „Daher würden wir empfehlen, dass Kirchenmitglieder sich nicht an derartigen Kampagnen zur Förderung der Todesstrafe beteiligen. Die Mission der Kirche besteht nicht darin, den Tod zu fördern, sondern Leben und Hoffnung zu verbreiten.“
adventistbiblicalresearch.org/sites/default/files/pdf/Death%20Penalty%20%20An%20Opinion%20rev7%20copy.pdf

Pastor Dwight Nelson, Seniorpastor der Pioneer Memorial Church an der Andrews University, schloss sich anderen Adventisten an und erzählte Bernards Geschichte während des Gottesdienstes am 5. Dezember:
vimeo.com/488628205/2c33bfb495

Ausführliche Informationen zum Fall Brandon Bernard im „Indianapolis Star“:
eu.indystar.com/story/news/2020/12/08/judge-denies-request-halt-brandon-bernards-execution-indiana/3839441001/

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