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Breite Allianz fordert Anhebung der Regelsätze und weitere Corona-Soforthilfen für arme Menschen

Breite Allianz fordert Anhebung der Regelsätze und weitere Corona-Soforthilfen für arme Menschen

© der-paritaetische.de

28. Januar 2021 | Hannover | APD | Kategorie: APD

Das Advent-Wohlfahrtswerk (AWW) beteiligt sich gemeinsam mit weiteren Spitzenvertreter*innen von 36 bundesweiten Gewerkschaften und Verbänden an einem gemeinsamen Aufruf und Forderung zur zügigen Anhebung der Regelsätze in Hartz IV und Altersgrundsicherung auf mindestens 600 Euro sowie sofortige zusätzliche Corona-Hilfen für arme Menschen.

Das Spektrum der Unterzeichnenden des Aufrufs „SOFORTHILFEN FÜR DIE ARMEN - JETZT!!” reicht von Gewerkschaften, Sozial- und Wohlfahrtsverbänden, über Kultur, Wohnen, Umwelt bis zu Selbsthilfe und Gesundheit. Auch der Paritätische Gesamtverband hat sich an diesem Aufruf beteiligt. Eine derart breite zivilgesellschaftliche Allianz für eine bedarfsgerechte, armutsfeste Anpassung der Regelsätze auf ein konkretes Niveau gab es noch nie. Die bisherige politische Unterlassung, arme Menschen durch eine auskömmliche Grundsicherung und effektive Corona-Hilfen zu entlasten, komme einem “armutspolitischen Offenbarungseid” gleich, so die Kritik.

Die Unterzeichnenden appellieren an die Bundesregierung, endlich armutspolitisch aktiv zu werden. Sie fordern für Bezieher*innen von Hartz IV und Grundsicherung für Alte und Erwerbsgeminderte die bedarfsgerechte Anhebung der Regelsätze auf mindestens 600 Euro sowie für die Dauer der Krise einen pauschalen Mehrbedarfszuschlag von 100 Euro. Darüber hinaus sei die Finanzierung der Anschaffung eines internetfähigen Computers sowie notwendiger Software für arme Schüler*innen als einmalige Leistung sicherzustellen. Schließlich sei eine Erneuerung der Miet- und Kreditmoratorien dringend notwendig, um Mieter*innen bei andauernder Pandemie vor Wohnungsverlust zu schützen.

„Die Armut in unserem Land nimmt leider immer mehr zu – insbesondere in dieser Zeit der Covid-19-Pandemie. Das darf nicht ignoriert werden. Von daher ist es jetzt unabdingbar, dass die Bundesregierung sehr zügig dagegen etwas unternimmt“, sagt Volkmar Proschwitz, geschäftsführender Vorsitzender des Advent-Wohlfahrtswerkes e.V..

Christian Molke, geschäftsführender Vorstand der adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland e.V. meint: „Eine globale Pandemie darf nicht dazu führen, dass wir die Leiden unserer Mitmenschen ignorieren. Wir sind mit offenem Herzen und Augen für die Ärmsten der Armen in aller Welt tätig. Dasselbe erwarten wir auch von den politisch Verantwortlichen in unserem Land. Es schmerzt besonders, wenn in einem wohlhabenden Land wie Deutschland, Menschen, die es ökonomisch ohnehin schwer haben, durch die Pandemie besonders benachteiligt sind. Sie brauchen unsere unbedingte Solidarität!“

Advent-Wohlfahrtswerk (AWW)

Das 1897 gegründete Advent-Wohlfahrtswerk ist das Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Es ist Mitbegründer und Mitglied des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Im Sozialwerk sind bundesweit etwa 200 Ehrenamtliche in den AWW-Helferkeisen und etwa 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Einrichtungen tätig. Seit seiner Gründung bietet das AWW vielfältige Hilfe und Unterstützung gerade auch für arme, notleidende und benachteiligte Menschen in der Gesellschaft an.

Zum Volltext des Aufrufs sowie einer Auswahl weiterer Zitate der Unterzeichnenden: www.der-paritaetische.de/presse/aufruf-soforthilfen-fuer-arme

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