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Buchrezension: Laura M. Fabrycky - Schlüssel zu Bonhoeffers Haus: Wie ich Welt und Weg Dietrich Bonhoeffers entdeckte

Buchrezension: Laura M. Fabrycky - Schlüssel zu Bonhoeffers Haus: Wie ich Welt und Weg Dietrich Bonhoeffers entdeckte

Symbolbild © Photo by Jonas Jacobsson on Unsplash

21. Oktober 2021 | Lüneburg | APD | Kategorie: APD

Laura M. Fabrycky: Schlüssel zu Bonhoeffers Haus: Wie ich Welt und Weg Dietrich Bonhoeffers entdeckt, Gütersloher Verlagshaus, 2021, 320 Seiten, Gebunden: 22,00 Euro, Ebook/Kindle: 14,99 Euro; ISBN-10: ‎ 3579062131; ISBN-13: 978-3579062136 Dietrich Bonhoeffer aus US-amerikanischer Perspektive? Warum auch nicht?! Nach der durchaus umstrittenen Biographie des US-Amerikaners Eric Metaxas und all den deutschen Büchern über den bekannten evangelischen Theologen und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer wird diesmal eine erfrischend neue, betont transatlantische Perspektive eröffnet. Die Ehefrau eines Botschaftsangehörigen zieht 2016 für drei Jahre nach Berlin. Dort trifft sie auf das Elternhaus Bonhoeffers in der Marienburger-Allee 43 und ist fasziniert von dessen Botschaft: „Das Haus besaß seine eigene stille Art der Kommunikation über unausgesprochene Wahrheiten des menschlichen Lebens.“ (S. 32) Tatsächlich arbeitet Laura Fabrycky dort ehrenamtlich mit und schreibt ein Buch über ihre Erlebnisse in dieser Zeit.

Ohne deutsche Verklärung, eher nüchtern doch nicht ohne Bewunderung nähert sich die US-Amerikanerin neugierig und völlig unbefangen dem Leben und Wirken Bonhoeffers. Als Blickachse wird dabei das Elternhaus Bonhoeffers gewählt. Zur zeitgeschichtlichen Orientierung wird anfangs eine kurze Chronologie angegeben. Auf 319 Seiten mit Anmerkungen und Bibliographie werden in 8 Kapitel und einem Epilog verschiedenste Themen angeschnitten, wobei immer wieder auf das Elternhaus Bonhoeffers verwiesen wird. Ihr Fazit: „Wir können nicht Dietrich Bonhoeffer sein, aber wir können für unser Haus Verantwortung übernehmen – im Großen wie im Kleinen.“ (S. 293)

Zum Inhalt

Mit typisch amerikanischer Begeisterung berichtet Laura Fabrycky, wie Bonhoeffers Leben ihre Berlin-Erlebnisse bündelte (S. 176). „Wenn auch kein einziger Aspekt meines Lebens dem Bonhoeffers glich, war das Bonhoeffer-Haus doch Zeugnis menschlicher Erfahrungen, die ich aus meinem Alltag kannte“ (S. 32). Dem Bekenntnis zufolge springt die Autorin munter im Erzählfluss zwischen eigenen familiären (und oft kleinteiligem) Erleben über ausgewählte Lebensstationen Bonhoeffers zu großen aktuellen gesellschaftlichen Themen. Dabei philosophiert sie über die US-amerikanische Wahl 2016, Diskriminierungsfragen, Zivilcourage, Glaubensfragen, Fremdheitserfahrungen, Freundschaft und die Kunst des Sterbens.

Ein Stück Autobiographie einer jungen entwurzelten Mutter, verwoben mit ausgewählten biographischen Elementen aus Bonhoeffers Leben. Die Sinnsuche der Autorin ist deutlich zu spüren, ebenso ihre Einsamkeit in Berlin und die Schwierigkeiten, sich ohne ausreichende Sprachkenntnisse in einem fremden Land für drei Jahre zurechtzufinden. Dieses Buch und die ehrenamtliche Aufgabe als (englischsprachige) Fremdenführerin im Elternhaus Bonhoeffers sind der Versuch einer Lebensbewältigung. Und Bonhoeffers Zauber hat wieder einmal gewirkt: „Ich spürte, dass der verwirrt wirbelnde Kompass in mir seine Orientierung wiedergewonnen hatte; meine Sehnsucht nach einer verlorenen Heimat, das Gefühl, sich im Exil zu befinden, war jetzt durch neue Hoffnung erhellt.“ (S. 32).

Zum Punkt

Das Buch ist weniger eine Biographie als ein persönliches Panorama einer Politologin. Eher eklektizistisch werden Themen, die die Autorin beschäftigen herausgegriffen und mit eigenen Berlin-Erlebnissen und Versatzstücken aus Bonhoeffers Leben gemischt. Laura Fabryckys reflektierte Haltung überrascht dabei ebenso wie ihre Selbstkritik, auch ihrem Herkunftsland gegenüber. So etwas ist man von Transatlantikern eher nicht gewohnt. Fabrickys Ziel ist es, uns zu einer Entscheidung einzuladen, „ob wir uns den Fragen unserer Zeit stellen, uns mutig uns hoffnungsvoll mit ihnen auseinandersetzen wollen, oder ob wir sie ignorieren und versuchen, unserer Verantwortung auszuweichen“ (S. 43). Trotz einer gewissen Weitschweifigkeit ein lesenswerter Einblick in das Leben eines altbekannten Theologen und einer modernen Mutter.

Claudia Mohr

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