Andachten

Andacht

Andacht 17.03.2019

17. März 2019 | Rafael Schäffer

Andacht 17.03.2019

Bildnachweis: elsone / photocase.de

Jesus weinte.

Lazarus war gestorben. Viele Verwandte und Freunde aus der Umgebung hatten sich eingefunden, um die Familie zu trösten. Auch Jesus und seine Jünger waren gekommen. Die Beerdigungen, die ich bisher in unserem Kulturkreis erlebt habe, liefen ruhig, andächtig, gesittet und vor allen Dingen gut organisiert ab. Mir scheint, dass Mitteleuropäer es  bevorzugen, in einer stillen Atmosphäre von einem lieben Menschen Abschied zu nehmen. Ich stelle mir Lazarus’ Beerdigung ganz anders vor: lautstark, heißblütig, unkontrolliert und auch etwas chaotisch. Weinend, klagend, singend oder betend wird den Emotionen spontan freien Lauf gelassen. Mittendrin ist Jesus. Und weint.
Eine bestimmte Spannung liegt in der Luft. Der Messias ist gekommen. Ach, wäre er doch  nur früher da gewesen! Er hätte Lazarus heilen können. Was wird er nun tun? Jesus weint. Er nimmt Anteil. Trauert. Ist vom Tod seines Freundes tief bewegt.
Jesus weint. Vermutlich einer der kürzesten Verse der Bibel, aber er sagt so viel über unseren Gott aus. Der allmächtige, ewige, zeitlose, über allen Dingen erhabene Gott weint. In mir regt sich Widerstand: Das hat Gott doch gar nicht nötig! Ein Wort aus seinem Mund genügt und Lazarus steht aus dem Grab auf. Eine simple Geste und Lazarus lebt. Wozu diese emotionale Rührung, warum zeigt er vermeintlich Schwäche?
Jesus weint. Gott weint. Und erlaubt uns so einen tiefen Blick in sein Herz. Der souveräne Schöpfer des Universums leidet mit seinen Geschöpfen, mit den Menschen, die er über alles liebt. Er ist erschüttert und tief bewegt von dem Leid, das jeden Tag millionenfach auf der Welt erlitten wird. Tod, Krankheit, Hunger, Armut, Elend, Krieg, Terror, Unterdrückung, Ausbeutung, Hass, Lüge, zerbrochene Beziehungen … Gott sieht es und weint mit uns.
Jesus weint. Er ist schmerzlich vertraut mit unserem, mit deinem und meinem Leid: das, was uns bedrückt und verletzt, uns Angst macht und Sorgen bereitet, uns den Atem nimmt und die Freude am Leben raubt. Gott macht sich auf und begegnet uns genau dort, wo wir gerade sind. Aus Liebe zu uns.
Danke, Jesus, dass du mich niemals alleine lässt. Lege mir diese Gewissheit immer wieder in mein Herz. Tröste mich und breite deinen Frieden über mich aus.

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