Andachten

Andacht

Andacht 18.04.2020

18. April 2020 | Jaimée M. Seis

Andacht 18.04.2020

Bildnachweis: Monika Breiholz

Und [ihr] werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.

Als Kind hörte ich manchmal zusammen mit einem drohenden Zeigefinger: „Wenn du nicht brav bist, pass auf, der liebe Gott sieht alles.“ Aber welch ein harter Gott musste das sein, der mich nur beobachtete, um mich zornig zu strafen?
Ähnlich muss es den Jüngern ergangen sein, denn als sie beim letzten Abendmahl saßen, baten sie Jesus: „Zeige uns den Vater. Wie ist er? Das ist alles, was wir wissen möchten.“ Und das wollte ich auch wissen; vor allem, was es mit dem Zorn Gottes auf sich hatte.
Paulus war klar, dass es auch deshalb wichtig ist, diese Frage zu klären, weil Gehorsam aus Angst vor Strafe zu Rebellion führt. So beginnt er seinen Römerbrief damit, dass er sich der Frohen Botschaft nicht schämt, da sie die Kraft besitzt, jeden, der an sie glaubt, zum Heil zu führen. Denn darin wird Gottes eigene Gerechtigkeit offenbart – das heißt, dass er richtig handelt; sein Charakter wird dargestellt. Paulus erklärt dann, dass Gottes Zorn gegen alle Gottlosigkeit offenbart wird, indem Gott alle aufgeben muss, die sich von ihm abwenden und sich falsche Gottesbilder machen. Paulus verstand also, dass der Zorn Gottes bedeutet, dass Gott all jene gehen lässt, die er trotz allem Bemühen nicht mehr erreichen kann. Er muss sie gehen lassen, weil er niemanden zwingt. Und da sie sich von Gott und dem Leben trennen, sterben sie letztendlich und sind für immer tot. Das Schlimmste, was passieren kann, ist daher, dass Gott jemanden aufgeben muss. So kann man das Wort Zorn verstehen.
Wie aber fühlt Gott dabei? Als Jesus vor seinem Einzug in Jerusalem auf einem Hügel anhielt, weinte er über die hartherzigen Bewohner, weil er sie aufgeben musste ... und er schämte sich der Tränen nicht (s. Lk 19,41ff)
Da begann auch ich zu begreifen, was das für ihn bedeutet. Und diese Wahrheit befreite mich von der Angst meiner Kindheit. Jesus antwortete den Jüngern beim Abendmahl: „Wenn ihr mich seht, dann seht ihr den Vater.“ Jesus war schon immer Zeuge dieser Wahrheit: Wir dürfen Gott vorbehaltslos vertrauen. Er will uns retten; koste es, was es wolle. Und es kostete ihn das Leben seines Sohnes. So hat Gott bezeugt, wie sehr er liebt ... wie sehr er dich liebt.

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