Andachten

Andacht

Andacht 03.01.2021

03. Januar 2021 | Roland Nickel

Andacht 03.01.2021

Bildnachweis: Monika Breiholz

Da sprach der Jüngling zu ihm: Das habe ich alles gehalten; was fehlt mir noch? Jesus
sprach zu ihm: Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib’s den
Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach!

Die mündliche Prüfung in meinem Studium der Betriebswirtschaft war gut gelaufen. Aber was fehlte mir, warum hatte ich nicht die volle Punktzahl bekommen? Ich hatte versäumt, eine Kennzahl in Prozent anzugeben. Ich hatte einfach vergessen, die Zahl mit 100 zu multiplizieren. Eigentlich nur ein kleiner Fehler, aber dieses Detail war es, das fehlte, um eine glatte Eins zu bekommen. „Was fehlt mir noch?“ So lautete die Frage des jungen Mannes, der bei Jesus nach den Bedingungen für das Erreichen des ewigen Lebens fragte. Er wollte es ganz genau machen, nicht ein Detail vergessen. Zwar hatte er schon „alles gehalten“, aber er spürte, dass ihm noch irgendwas zur „vollen Punktzahl“ in seinem Leben fehlte. Die Antwort von Jesus verblüfft zunächst. Er geht nicht direkt auf seine Frage ein, es geht ihm vielmehr um Grundsätzliches, um die Vollkommenheit. Das griechische Wort für „vollkommen“ (teleios) hat unter anderem die Bedeutungen „ganz“, „vollendet“ oder „das Ziel erreicht haben“. Es wurde beispielsweise als Beschreibung einer Ehe verwendet: Wer verheiratet ist, der ist vollkommen (teleios). Jesus will dem jungen Mann kein fehlendes Puzzleteil zeigen oder irgendein Detail nennen, das er noch erfüllen sollte. Es geht ihm um den Menschen als Ganzes. Nicht das Halten noch so vieler Gebote rettet einen Menschen, sondern nur die uneingeschränkte Hingabe an Christus. Sich ihm mit Haut und Haaren zu übergeben, bedeutet auch das loszulassen, was diese bedingungslose Übergabe hindert. Mit einem zweigeteilten Herz kann Jesus nichts anfangen, das lässt sich auch nicht mit Frömmigkeit oder Gesetzestreue ausgleichen. „Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht,“ (1 Joh 5,12) sagt Johannes. Diese Botschaft ist klar und unmissverständlich: Wer sich für Christus entschieden hat, braucht nichts anderes mehr, dem fehlt auch nichts. Er gehört ganz zu Gott, mit seinem ganzen Herzen. Deshalb ist er „vollkommen“ (teleios) und Christus schenkt ihm das ewige Leben.

Zurück

UNSER GLAUBE

Die Glaubensüberzeugungen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sind dazu angelegt, das ganze Leben zu durchdringen. Die heiligen Schriften der Bibel zeichnen ein überzeugendes Porträt von Gott.
Jeder ist eingeladen, den EINEN zu entdecken, zu erleben und kennen zu lernen, der nichts anderes, als uns heilen will.

Mehr herausfinden