Andachten

Andacht

Andacht 11.03.2021

11. März 2021 | Hans Heinz

Andacht 11.03.2021

Bildnachweis: suschaa / photocase.de

Der Dieb kommt, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten. Ich aber bringe Leben – und dies im Überfluss.

„Als Kind glaubte ich an Gott“, so schreibt Simone de Beauvoir, Autorin, Feministin und Philosophin und eine der bekanntesten Intellektuellen Frankreichs. „Aber eines Tages habe ich diesen Glauben weggewischt. Ich habe Gott nie vermisst, er stahl mir die Erde.“ Nicht wenige unserer Zeitgenossen denken so oder ähnlich. An Gott zu glauben, bedeutet für sie Verleugnung des Lebens und damit Abkehr von Freude, Liebe und Welt. Doch in der Lebensweise von Jesus können wir erkennen, dass der authentische christliche Glaube eine Lebenshaltung darstellt, die voll ist von Wertschätzung für das Schöne, Erfüllende und Beglückende in dieser Welt. Jesus sah mit Bewunderung auf die Lilien auf dem Feld (Mt 6,28) und freute sich mit einer Hochzeitsgesellschaft, die er reichlich beschenkte (Joh 2,1–2). Ganz ungewöhnlich für einen damaligen theologischen Lehrer scheute er sich nicht, kleine Kinder in der Öffentlichkeit zu umarmen (Mk 10,14.16) und zeigte seine Liebe denen, die Gott und das Gute suchten (Mk 10,21). Ebenso ungewöhnlich war seine unverkrampfte Haltung gegenüber Frauen. Sie dankten es ihm und manche folgten ihm gerne nach (Lk 8,1–3). Jesus war sich auch nicht zu schade die einfachen Freuden des Alltags mit Außenseitern und der Randgesellschaft zu teilen (Lk 15,1–2). Dass er gerade unter den einfachen Leuten Gehör fand, erfüllte ihn mit großer Freude (Lk 10,21). Die spätere Christenheit, die mit körperfeindlicher Askese und weltabgewandtem Mönchtum Gott zu gefallen suchte, konnte und kann sich daher nicht auf Jesus berufen. Hier hat die Reformation versucht, den ursprünglichen christlichen Geist wiederzufinden: „Ist jemand fröhlich, sollen wir nicht sauer sehen wie die Heuchler ... sondern uns soll die Freude gefallen, die nicht wider Gott ist“ (M. Luther). So raubt und stiehlt uns der Glaube an Gott nichts von dem, was in der Natur und unter den Menschen gut, schön und beglückend ist. Der Gott, den Jesus offenbart hat, schenkt das erfüllende und wahre Leben. „Leben im Überfluss“ übersteigt das Jetzt und weist auf eine zukünftige Lebensfülle hin, von dem das Glück und die Freude des gegenwärtigen Lebens nur ein schwacher Abglanz ist.

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