Andachten

Andacht

Andacht 17.10.2021

17. Oktober 2021 | Johannes Naether

Andacht 17.10.2021

Bildnachweis: Weigand / photocase.de

Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten […] Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst so: Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme. Der Zöllner aber stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig!

In dem Gleichnis gehört unsere Sympathie wohl dem Zolleinnehmer. Obwohl sein Lebenswandel heute jeden Staatsanwalt beschäftigen würde, gefallen uns die Selbsteinsicht und Reue des Halunken. Mir geht es genauso. Die selbstgerechte Prahlerei des Pharisäers und das verächtliche Herabschauen auf den Zöllner kommen nicht gut an. Sich aufpumpen und auf Kosten anderer den Saubermann geben, dem gehört kräftig eingeheizt. Jesus ist auf unserer Seite, wenn er sagt: „Dieser [Zöllner] ging gerechtfertigt in sein Haus, nicht jener.“ (V. 14) Unter der Überschrift „Salto“ formulierte der Schriftsteller Eugen Roth folgenden Vers: „Ein Mensch betrachtete einst näher / die Fabel von dem Pharisäer, / der Gott gedankt voll Heuchelei / dafür, dass er kein Zöllner sei. Gottlob! rief er in eitlem Sinn, / dass ich kein Pharisäer bin!“ Leicht können wir beim Lesen des Gleichnisses in eine Falle tappen. Die Reue des Zöllners und die Überheblichkeit des Pharisäers fallen ins Auge und fast reflexartig bewerten und vergleichen wir genauso wie der Pharisäer. Dieses Verhalten ist schon fast zu einer Seuche in unserer Zeit geworden. Politikern muss man misstrauen; wie praktisch, dass in unserem Viertel keine Asylsuchenden untergebracht wurden oder wie gut, dass wir es in unserem engeren Umfeld nicht mit Homosexuellen zu tun haben. Ehrlicherweise darfst du hier dein eigenes Beispiel anführen. Das Wort für diesen Tag lautet: Gott ist heute gnädig mit dir! (V. 13) Ob Zöllner oder Pharisäer – wir sind alle gleich. Jesus sagt: „Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.“ (V. 14) Gedolmetscht heißt das: Halte dich zurück, nimm dich einmal weniger wichtig, verändere den Blickwinkel, habe Mut zur Demut, ohne dich dabei aufzugeben und gestatte Gott, dass er deine Schablonen und Vorurteile zur Seite legt. Dir steht heute ein guter Tag bevor.

Zurück

UNSER GLAUBE

Die Glaubensüberzeugungen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sind dazu angelegt, das ganze Leben zu durchdringen. Die heiligen Schriften der Bibel zeichnen ein überzeugendes Porträt von Gott.
Jeder ist eingeladen, den EINEN zu entdecken, zu erleben und kennen zu lernen, der nichts anderes, als uns heilen will.

Mehr herausfinden