Andachten

Andacht

Andacht 18.10.2021

18. Oktober 2021 | Richard Schwarz 19.10.2020

Andacht 18.10.2021

Bildnachweis: m.voigt.1982 / photocase.de

Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn’s hoch kommt, so sind’s achtzig Jahre, und was daran köstlich scheint, ist doch nur vergebliche Mühe; denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon.

Auch mein Leben währet schon so lange, dass ich mittlerweile als Rentner darauf zurückblicken darf. Dabei hielt ich an manchen Wendepunkten inne: Habe ich mich so entschieden, weil ich es so wollte oder habe ich mich von Gott leiten lassen? Mein Vater empfahl mir nach der Schule seinen kleinen Handwerksbetrieb zu übernehmen, weil das gewisse Unabhängigkeiten bringen würde. Dieses Angebot lockte mich sehr, aber gleichzeitig warb unser damaliger Pastor intensiv für die Predigerausbildung an der theologischen Hochschule in Friedensau. Ich ließ mich von Jesus Christus rufen und entschied mich für die Ausbildung als Prediger. Die ersten Jahre in der Gemeindearbeit verliefen wirklich „köstlich“, mit hervorragenden Mitarbeitern. „Mühe und Arbeit“ fehlten dabei nicht. Ich leitete sogar einen Chor, was ich mir zuvor nie zugetraut hätte. Aber eigentlich war das nicht „mein Ding“ – viel lieber hätte ich mich mit den Sprachen der Bibel befasst, angeregt durch Prof. Gottfried Quell. Die nächsten sechs Jahre bin ich auf Wohnungssuche siebenmal umgezogen und war insgesamt 13 Jahre lang als Prediger tätig, bevor ich im Stillen für mich erwog, auszusteigen. Ein erfahrener Kollege riet mir, das nicht zu tun. Professor Quell sagte mir am Schluss einer Prüfung: „Machen Sie weiter!“ Doch mit den biblischen Grundsprachen, die mich eigentlich begeisterten, konnte ich mich immer weniger beschäftigen, weil andere Pflichten überwogen. Eigentlich wollte ich die Botschaft von Jesus Christus weitertragen, aber schließlich bin ich Bauleiter und Materialbeschaffer in unserer Vereinigung geworden. Keine leichte Zeit in der DDR; gelegentlich stand ich unter 150 Mark Strafe, weil wir junge Leute auf der Straße zur gutbesuchten Teestube eingeladen hatten und die Stasi Zeuge war. Im Laufe meiner Tätigkeit habe ich in verschiedenen Gebieten gearbeitet und bin in kindlichem Gottvertrauen den Weg gegangen, der mir gewiesen wurde. Bis heute frage ich mich aber: Darf ich den persönlichen Neigungen mehr Raum geben als den Pflichten? Jesus überlässt uns die Wahl.

Ich wünsche dir heute ein gutes Urteilsvermögen über diese Entscheidung.

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