Andachten

Andacht

Andacht 13. September 2022

13. September 2022 | Horst Jenne

Andacht 13. September 2022

Bildnachweis: Monika Breiholz

Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf dass die Kraft Christi bei mir wohne.

Dieser Vers ist einer meiner Lieblingstexte in der Bibel. Nicht nur weil er mein Taufspruch ist, sondern weil er Gottes große Gnade gegenüber uns Menschen unterstreicht. Wir dürfen uns wie Paulus der Fürsorge unseres Herrn auch in schwierigen Zeiten gewiss sein. Der Apostel bat Gott dreimal, ihm den „Dorn im Fleisch“ (vermutlich eine körperliche Krankheit) wegzunehmen. Seine inständige Bitte um Befreiung von dem Leiden – wohl auch, um seinen Auftrag besser ausführen zu können – wurde nicht erhört. Wo der Mensch seine eigene Ohnmacht und Schwäche erlebt und ganz auf die Gnade Gottes angewiesen ist, da erfährt er das Handeln und die Kraft Jesu. Trotz Krankheit wurde der ehemalige Christenverfolger zu einem großen Botschafter des Evangeliums. Wie Paulus dürfen auch wir zu Gott kommen und ihm sagen: „Ich kann nicht mehr, bitte hilf mir.“ Vor Gott müssen wir nicht die (frommen) Alleskönner spielen. Ganz im Gegenteil. Mit unseren Stärken sind wir Gott so manches Mal eher im Weg. Denn in unseren Stärken lassen wir ihm oft keinen Platz. Da kommen wir ja bestens alleine klar. Meinen wir. Aber unsere schwachen Seiten sind die Stellen, an denen Jesus wirken will. Der Bibelvers ist in der heutigen Zeit eigentlich ein weltfremder Antisatz, der das Gegenteil unserer Leistungsgesellschaft beschreibt. Die funktioniert nach dem Motto „höher, schneller, weiter“. Durchsetzungsvermögen, Ellbogen und Stärke sind gefragt. Bloß keine Schwäche zeigen. Gott setzt andere Maßstäbe. Sein Reich wächst, wo wir unsere Schwächen aushalten. Die Gemeinde Jesu Christi wächst, wenn wir ihm unsere Schwächen hinhalten. Mein Leben als Christ wächst, wenn ich mich so verhalte, dass ich ihm Platz einräume, damit er tatkräftig wirken kann. In meiner Schwachheit – seine Kraft. In meinem Versagen – seine Hilfe. In meiner Schuld – seine Vergebung. Gott braucht keine Helden, sondern Menschen, die ihm ihre leeren Hände hinhalten. Wir müssen Gott nichts beweisen, aber er will sich erweisen als der Gnädige, Starke und Mächtige. Mitten in unserer Schwachheit.

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