Andachten

Andacht

Andacht 05. Oktober 2022

05. Oktober 2022 | Beate Strobel

Andacht 05. Oktober 2022

Bildnachweis: Gerd Schmid

Als das Beben vorüber war, kam ein loderndes Feuer. Aber der Herr war nicht im Feuer. Als das Feuer vorüber war, kam ein ganz leiser Hauch.

Bis ins Mittelalter glaubten die Menschen, dass alles Leben aus vier Elementen aufgebaut sei: Luft, Erde, Wasser und Feuer. Im Blick auf menschliche Eigenschaften wurde Feuer mit Energie verbunden, mit Tatkraft, Ehrgeiz, Zielstrebigkeit. Es gibt auch Zeiten im Leben, da fühlt man: Irgendwie ist die eigene Energie verbraucht. Jeder Kontakt zu anderen erscheint anstrengend, die kleinste Aufgabe ist zu viel. Dann ist man wie ausgebrannt. Burn-out nennen das die Experten. Burn-out gab es schon zu biblischen Zeiten. Im Buch der Könige geht es um den Propheten Elia, der all seine Kräfte verbraucht hat. Er hat gebrannt für seine Aufgabe, aber dann ist er zusammengebrochen, völlig fertig, und mit letzter Kraft erreicht er eine Höhle. All seine Träume, seine Kraft, seine Ideale hat er verloren. Durch die Naturkräfte Erde, Wind und Feuer wird Elia aufgeweckt. Der Wind bringt Felsen zum Bersten, ein Erdbeben lässt den Boden wackeln und das Feuer im Blitz lässt die Geheimnisse der Welt aufleuchten. Aber sein eigenes Feuer wird nicht davon entfacht. Erst als ein zarter Windhauch ihn berührt, kehrt neues Leben in Elia zurück. Und er spürt: Seine eigene Wildheit, sein brennendes Engagement hat andere verletzt. Sein feuriger Charakter wurde durch den leisen Hauch verändert. Das erfahren viele Menschen: Brennende Tatkraft und Energie sind gut – sich zu verzehren und auszubrennen nicht. Ich kann und will mich nicht wie Elia in den Bergen in eine Höhle verkriechen, wenn ich neue Kraft brauche. Es hilft mir viel mehr, wenn ich dieses Auftanken in meinem Alltag verankern kann. Ich will jeden Tag spüren können, dass mein Leben mehr ist als Leistung und Anstrengung. Das gelingt mir, wenn ich zum Beispiel eine Kerze anzünde und in dem kleinen unscheinbaren Licht die große Kraft des Feuers erkenne. Das bringt mich zur Ruhe. Oder wenn ich bete und vor Gott ausspreche, was ich loswerden will. Oder wenn ich etwas tue, das mir Geborgenheit vermittelt, etwa mit Liebe etwas zu kochen, mit anderen zusammen zu essen und dabei neue Energie zu bekommen. Das ist mein Wunsch für dich heute: das innere Gleichgewicht zu finden zwischen Brennen und Atemholen, Geben und Nehmen, Tun und Lassen.

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